|
Auf den Hund gekommen ...
-
Hätten
Sie es gewusst ?
Dieser vielzitierte Spruch stammt aus der Zeit, in der man Gespartes
und Aussteuer in einer großen Bodentruhe verstaute. An der oberen
Kante befand sich ein Brett, auf das man Bargeld legte, es wurde
sozusagen „auf die hohe Kante gelegt“. War Gespartes
aufgebraucht, die Truhe leer, konnte man den Boden der Truhe sehen,
auf den traditionsgemäß ein Hund gemalt war. Man war verarmt und
somit bis „auf den Hund gekommen“.
Unsere
Hunde-Geschichte allerdings hat nichts mit Verarmung zu tun, sie
handelt vielmehr von einer umfänglichen „Bereicherung“.
Und
das kam so...
|
|
Ich
war kein großer Hundefreund. Hunde waren überwiegend Kläffer,
grimmige Knurrer oder Beißer, Fußweg-Verunreiniger oder
Wild-Hetzer. Die dazu gehörenden Besitzer waren Leute, die durch
den Hund ihr fehlendes Image aufpolierten oder naturentfremdete
Kaffee-Damen mit toupiertem Sofa-Fiffi. |
|
| Meine
Welt war die Natur - mit all den Pflanzen, freilebenden Tieren und
den Tieren auf unserem Hof. Schon als Kind hatte ich etliche Vögel,
Kaninchen, Kälber, Pferde, Enten, Hühner und sonstiges Getier
versorgt, aufgezogen, gerettet und beknuddelt. Meine besondere
Zuneigung aber galt immer den Katzen, die mich ein Leben lang
begleiteten und erfreuten. -
Ein Hund dazu? - Unvorstellbar!
Vor
einigen Jahren allerdings lernte ich gleich mehrere Personen kennen,
die einen folgenschweren Eindruck hinterließen: Eine an den
Rollstuhl gefesselte Frau, die ihre tägliche Lebensführung nur
durch die Hilfe ihrer sehr geliebten Hunde meisterte. Und mehrere
(eigentlich) geschätzte Kolleginnen outeten sich als Hundebesitzer
und dazu auch noch als Hundeliebhaber! Sie nahmen ihre Hunde sogar
mit in den Unterricht (an der Grundschule) und in den Pausen legten
sich diese Vierbeiner ganz offenbar friedlich im Lehrerzimmer unter
den Tisch !
|
 |
Nachdem
sich meine Verblüffung halbwegs gesetzt hatte, begann ich, mich über
Hunde schlau zu machen: Ich las Bücher über Wölfe und Hunde und
deren Sozialverhalten, über Rassen und deren Eigenschaften und ich
interviewte meine Kolleginnen und meinen Mann, der mit Hunden groß
geworden war. – Dabei stellte ich fest, dass ich trotz
Bio-Studiums und großer Tierliebe hier scheinbar einen „blinden
Fleck“ gehabt hatte und verallgemeinernde Vorurteile sich fraglos
verfestigt hatten. Diese neue Erkenntnis war der Motor für weiteren
Leseeifer und einer sich langsam verändernden Sichtweise.
Seltsamerweise begegnete ich nun zunehmend mehr interessanten
Hunderassen, beseelten, treuen Hunden mit sympathischen, rücksichtsvollen
und auskunftsfreudigen Besitzern.
|
|
Aus
dem Interesse wurden gemeinsame Gedankenspiele mit meinem Mann. Aus
der Fülle von Rassen wurde sortiert: Welche würden denn – natürlich
nur rein theoretisch – zu uns passen? Listen wurden erstellt:
Welche Voraussetzungen müsste ein Hund für uns mitbringen ? –
Was könnten wir dem Hund bieten ? Was kostet ein Hund (Anschaffung
und laufende Kosten) ?
Besonders
gesund sollte der Hund sein, ursprünglich und wenig überzüchtet,
besonders freundlich zu Mensch, Kind, Hund und Katze, wenig bellen
sollte er, wenig riechen, gut aussehen, er sollte nicht zum Wildern
neigen und sein Bewegungsdrang und die Erziehbarkeit sollten auch für
uns beherrschbar sein.
Fast
unbemerkt wurde alles konkreter. Das Hunde-Fieber hatte uns bereits
lange erwischt.
Zehn
Rassen kamen in die engere Auswahl. Die Erfahrungen bei den
Telefonaten mit den Verbänden waren sehr unterschiedlich. Einige
Gespräche riefen sogar wieder meine alten Vorurteile wach. |
|
Drei
Rassen blieben noch übrig. Hier hatten die Verbände ausführlich
informiert, freundlich und geduldig unsere vielfältigen, zum Teil
sicherlich auch dummen Fragen sachlich und kompetent beantwortet,
weiteres Info-Material zugeschickt. Diese Rassen schienen tatsächlich
unseren Wünschen sehr nahe zu kommen.
Gut
ein Jahr war inzwischen vergangen seit der ersten halbwegs
ernsthaften Überlegung
- und Info-Material, Bücher,
Telefonnummern und Internet-Auszüge hatten sich hoch gestapelt.
Nun
sollte es zu den „echten Begegnungen“ kommen. Vier Zwinger
suchten wir auf, alle waren sehr gut und liebevoll familiär geführt
und wir machten die für uns so verblüffende Erfahrung, dass wir
uns zwischen den „großen“ Hunden richtig wohl fühlten. Keine
Spur von Bedrohung! Toll !
Von
den nun noch verbleibenden zwei Rassen entschieden wir uns für den
Eurasier und zwar gleich ganz konkret für Grizzly vom Leinetal ! |
 |
|
Es
war einfach ausgesprochen überzeugend, wie die Hunde mit der
Familie Friedrich lebten, wie sie sich uns gegenüber verhielten.
Und - oh glückliche Fügung: Eurasierin Ayscha hatte gerade einen
Wurf! 6 kleine Bärchen trollten – 4 Wochen alt – durch den
Hunde-Erlebnispark mit Spielzeug, schiefen Ebenen, Krabbel-Tunneln,
Fuß-Rosten, Mini-Stegen und allem, wonach so einem kleinen
neugierigen Welpenherz begehrt, nur unterbrochen von Pausen an der
Milchbar und den Nickerchen in der umgedrehten Wurfkiste, die nun für
die Kleinen als Häuschen und für uns Zweibeiner als Sitzmöglichkeit
diente.
Was
uns besonders beeindruckte, war der Umgang des Halbbruders Fossi aus
Ayschas letztem Wurf mit den Kleinen. Er kümmerte sich rührend um
sie: Er spielte, wies zurecht, passte auf und „windelte“. Als
wir den kleinen Grizzly das erste mal auf den Arm nehmen durften,
schnupperte Fossi besorgt: Ob das wohl auch alles seine Richtigkeit
hat ? Aber was für
Geli (Züchterin Angelika Friedrich) in Ordnung zu sein schien, war
genehmigt. Überhaupt waren Streicheleinheiten von Geli wohl für
alle das höchste Glück dieser Erde. Durch die räumliche Nähe und
der umfangreichen Gastfreundlichkeit der Familie Friedrich konnten
wir Grizzly in seinem Rudel sehr oft besuchen, beobachten, kennen
lernen und wertvolle Tipps von Geli erfahren.
|
| An
dem lang herbeigesehnten Abholtag konnten wir Gelis Traurigkeit wohl
nachempfinden. Grizzly arrangierte sich mit Hilfe bedufteter Tücher
und dank seines gewachsenen Urvertrauens sehr schnell mit seinem
neuen Umfeld. Durch gemeinsame Leck-Aktionen von hauchdünn mit
Leberwurst bestrichenen Fingern (der von uns sogenannten
„Leberwurst-Partys“) klappte auch die Kater Aloysius – Grizzly
– Kommunikation von Anfang an. Bald fraßen sie (wenn es etwas für
beide Bekömmliches gab) nötigenfalls aus einem Napf. Obwohl
Grizzly schon anfangs fast das Doppelte wie Aloysius wog, gingen die
beiden immer sehr freundlich miteinander um. Nur wenn Grizzly übermütig
im Welpenwahnsinn dampfmaschinenmäßig auf Aloysius zuschnaufte,
suchte dieser das Weite. |
 |
 |
Schon
bald konnte ich Grizzly problemlos für eine halbe Stunde allein
lassen konnte (am besten natürlich, wenn Kumpel Aloysius da war).
Außer den ihm für diesen Zweck gegebenen Rinderhufen kaute Grizzly
nichts an, Schuhe, Möbel und Zimmerpflanzen blieben unversehrt.
Wenn ich dann aber zurück kam, war die Freude unermesslich, und es
rührt mich heute noch an, wie vorbehaltlos, überschwänglich und
uneingeschränkt sich dieser Hund freuen und Zuneigung zeigen kann.
Für die Nacht hat sich das Aufstellen eines alten Kindesbettes in
unserem Schlafzimmer bewährt, eine Idee, die wir der
„Eurasier-Post“ entnommen hatten. |
| Gott
sei dank stand uns Geli jederzeit mit Rat und Tat zur Seite. Vieles
war eben trotz des intensiven Literatur-Studiums absolut neu und
unverständlich für uns. So manches Telefonat half uns aus Anfänger-Unsicherheiten.
Nicht zuletzt konnte Geli uns eine gute Hundeschule empfehlen – zu
der sie sich auch selbst mit Grizzlys Bruder Gizmo angemeldet hatte.
So fuhren wir dann sonntags mit Grizzly zunächst auf einen Klön-Schnack
zu Geli und anschließend gemeinsam zur Hundeschule. Grizzly, Gizmo,
Ayscha und Fossi waren jedes Mal ganz außer sich beim Wiedersehen
und die Begrüßung Geli – Grizzly, Grizzly – Geli ist bis heute
immer wieder sehr innig. |
 |
Bald
war
Grizzly ein halbes Jahr und manchmal ein kleiner und teilweise recht
lebendiger (liebenswerter) Rüpel. Grizzly zeigte sich gelehrig und
sehr sozial im Umgang mit anderen Hunden und auch mit Menschen. Als
ich mich neulich einmal heftig verschluckt hatte und am Keuchen war,
kam er besorgt und stupste, fiepte und schleckte bis ich mich
beruhigt hatte und die Welt wieder in Ordnung war. Kindern gegenüber
zeigt er sich immer interessiert, aber auch sehr achtsam. Seine stürmische
Ausgelassenheit bekommen eher eng Vertraute und Hunde-Kumpel zu
sehen – und a priori sind erst mal alle anderen Hunde gute Kumpel.
|
Bei
unseren täglichen Feld-, Wald- und Wiesen-Spaziergängen zeigt er
grundsätzlich erst mal große Freude an jeglicher Art von
Begegnung, auch gegenüber Fremden ist er, ganz Eurasier-untypisch,
aufgeschlossen und freundlich. So manchen Kontakt hat er so schon
initiiert, so manchen Austausch eingefädelt. Selbst Stadt- und
Zoo-Spaziergänge machen ihm keine Probleme, egal ob Fahrstuhl
fahren, Menschenmengen durchqueren oder Bahnhofs-Lärm, bei Grizzly
überwiegt die weltoffene Neugier und manchmal erscheint es mir, als
würde er es genießen, die bewundernden Blicke auf sich zu ziehen
und zu kokettieren . Wie oft musste Frauchen schon die Frage
beantworten: „Was ist denn das für ein süßer Hund! So einen
habe ich ja noch nie gesehen...“
|
|
Aus
irgendeinem Grund scheint unser so genannter„Mausebär“ immer zu
lächeln, und ich denke, das liegt nicht nur an den anatomischen
Eurasier-Gesichtszügen.
Wie
schön ist ein Tagesbeginn, wenn zur Begrüßung ein noch verträumtes
Wesen tapsig mit vertrautem Wedeln angeschnuffelt kommt. Wir möchten
ihn nicht mehr missen.
Ja, wir haben ihn schon mächtig in unser Herz geschlossen,
-
unseren Grizzly ! -
|

|
Startseite
| Auf
den Hund gekommen |
Grizzly | Hummel | Familie
| Aktionen | Urlaub an der
Nordsee
Interesse an einem Welpen | Hochzeit
| Welpen | Links | Gästebuch
| Literaturempfehlungen
|
|