Tagebuch B-Wurf
| 15.04.2007 |
Fortbildung:
"Klassische Homöopathie für
Hunde" |
| 09.08.2007 |
Züchterseminar in Hamburg:
"Reproduktion der Hündin"
(Referentinnen der Reproduktionmed. - Abt.
der Tiho Hannover)
|
| Nov.
2007 |
Kontaktaufnahme
mit der Hauptzuchtwartin Frau v. Zittwitz:
Findung von passenden Deckrüden |
| 23.
01.2008 |
Beginn der
Läufigkeit, Futter-Umstellung, Beginn der
homöopathischen Deckvorbereitung
|
| 30.01.+1.2.08 |
Deckzeitpunktbestimmung
durch den Tierarzt
|
| 2.2.+3.2.08 |
Zum Decken
nach Wietzenhausen
|
| 11.02.2008 |
Tierarztuntersuchung
+ Herpes-Impfung |
| 27.02.2008 |
Ultraschall-Untersuchung
Tierärztin Salzgitter |
| 03.03.2008 |
Ultraschall-Untersuchung
in der Reproduktions-Abt. der
Tierärztlichen-Hochschule Hannover: Hummel
ist nicht trächtig! |
| 3.+10.+18.+25.+31.3. |
Hormon-
und gyn. Untersuchungen in der Repro-Tiho
Hannover zur Klärung von Hummels
Fruchtbarkeit: Alles bestens |
| Apr./Mai
2008 |
Aktualisierte
Verpaarungs-Vorschläge durch die
Hauptzuchtwartin, Kontaktaufnahme zu Deckrüdenbesitzern |
| 03.07.2008 |
Beginn
der Läufigkeit, Umstellung des Futters,
Homöopathische Begleitung, Kontaktaufnahmen |
| 7.+11.+14.Juli |
Bestimmung
des Deck-Zeitpunktes und Abstrich zur
Bestimmung der Bakterien-Kulturen in der
Tiho Hannover.
Hummel findet diese Untersuchungen, bei
denen so viele Studenten zu- und rein-gucken
total blöde, bei einer Blutabnahme springt
sie völlig entnervt mit einem kühnen
Rettungssprung vom Untersuchungs-Tisch auf
Michaels Arm und verteilt dabei den Inhalt
des Röhrchens gerecht über alle
Anwesenden. Endlich kommt mal Leben in die
Butze, die Studenten schauen nicht mehr
gelangweilt drein, manche kreischen sogar.
Kaum zu glauben, wie viele Gesichter ein
Röhrchen Blut beferkeln kann. Diesen
Auftritt vergisst so schnell keiner.
Rasantes Mädchen! |
| 15.07.2008 |
Deckakt: Deckrüde
Björn vom Lavendelstein (genannt Bilbo)
(Link)
|
| 17.07.2008 |
2x Fahrt zu Bilbo, der sich redlich
bemüht: Er umgarnt Hummel glucksend und
ersucht Frauchen um Hilfe und
Beistand, jedoch es hilft alles nichts:
Hummel ist zwar gewillt mit ihrem Galan zu
spielen, mehr aber auch nicht.
|
| Ende
Juli |
Hummel
verändert ihr Verhalten: Sie liegt auf der
Terrasse und scheint geistesabwesend zu
philosophieren, ist verschmust, frisst zunächst
mehr, um nach drei Wochen ihr Futter zu
boykottieren, sie meint, sie solle sich
lieber "vollwertig" ernähren und
fängt stattdessen Mäuse, die sie flott
abschluckt, bevor ich herbeieile. |
| 02.08.2008 |
Ultraschall-Untersuchung in der Tiho
Hannover: Frau Prof. Dr. Günzel-Apel sieht
6 gut entwickele Früchte
Trotz des superleisen Rasierers ist Hummel
wenig angetan von den Bildern, sie weigert
sich sogar einen von ihr eigentlich heiß
geliebten Denta-Sticks von Frau Prof.
anzunehmen, - man weiß ja nie bei diesen
Grünkitteln! Grizzly versteht gar nicht was
Hummel hat, er findet das Angebot sehr
gastfreundlich, nimmt es freudig, hat aber
nicht mit Hummels Schnelligkeit gerechnet:
Schwupp, geklaut, einmal draufgebissen,
runtergeschluckt und ab zur Tür - nix wie
weg hier! Der verblüffte Grizzly bekommt
noch mal Ersatz und dann geht's wirklich
nach hause!
|
| Mitte
August |
Appetit und Bauchumfang nehmen pünktlich
zu, wie im Lehrbuch beschrieben (ob Hummel
das gelesen hat?)
Michael lässt leichtsinnigerweise ein
Päckchen Kabanossi auf dem Couchtisch
liegen und hat am nächsten Morgen erst mich
in Verdacht, denn unsere Wauwis sind
normalerweise (wenigstensin dieser Hinsicht)
absolut vertrauenswürdig, aber diesmal ist
die Natur wohl doch durchgebrochen. Hummel
hat mächtigen Durst, Verdauung funktioniert
aber bestens...
|
| Ende
August |
Hummel liegt wieder auf der Terrasse und
philosophiert, ich sitze oben im
Arbeitszimmer und beobachte einen Sperber,
der vom Nachbarn ein kleines Huhn schlägt
und damit abschwirrt. Er kämpft erheblich
mit dem Gewicht des bereits unlebendigen
armen Geschöpfs, verliert es und es ladet
perfekt - oh gottgewollte Fügung - 2 Meter
vor Hummels Nase. Zu schade, dass ich deren
Gesicht nicht sehen konnte. Bei ihr
angekommen, hatte sie bereits begonnen, die
Beute fachgerecht zu zerlegen und verstand
die Welt nicht mehr, dass ihr nun dieses
Himmels-Geschenk vorenthalten werden sollte.
|
| Anfang
September |
Hummel bekommt nun das außergewöhnlich
nahrhafte Futter und leckeren Quark mit
Haferflocken, das braucht es keine Kabanossi
und keine vom Himmel fallende Hühnchen mehr
zu Sättigung.
Erste Welpenbewegungen sind zu spüren - ein
unbeschreiblicher Moment!!!
|
| 02.09.2008 |
2.
Ultraschall-Untersuchung in der
Tierärztlichen Hochschule. Ist
zwar eigentlich nicht unbedingt nötig, aber
man kann jetzt gut darstellen, wie es den
Welpis geht. Ist zwar eigentlich nicht
unbedingt nötig, aber man kann jetzt gut
darstellen, wie es den Welpis geht.
Bilder wie im Kino! Die Studenten staunen:
Ein Welpe tatzelt mit den Pfötchen, einer
dreht die Rute von links nach rechts, einer
öffnet kurz sein Mäulchen (Frau Prof.
Günzel-Apel kommentiert: "Der
bellt!") und am besten - ein Welpe
entleert seine Blase beim Druck durch den
Schallkopf. Ausschlaggebend
aber war die Messung der Herzfrequenz, bei
3en konnten wir messen: 210-230 Schläge/min.
(normal 200-250). Ein Herpes-Test fällt
negativ aus. Also - es geht den Kleinen
bestens. |
| 05.09.2008 |
Letzte
tierärztliche Untersuchung mit Röntgen in
Salzgitter: Die Welpen sind gut entwickelt.
Homöopathische Geburtsvorbereitung; Hummel
ist richtig rund, fängt aber noch fleißig
und wendig Mäuse. Heute
hat sie es geschafft 3 Mäuse an der kurzen
Leine zu fangen (nicht die Mäuse waren an
der kurzen Leine sondern Hummel!) Nur beim
Treppe-Runterlaufen hat sie etwas Probleme,
da überholt der dicke Bauch immer die
Vorderbeine oder bringt diese dermaßen ins
Schlingern, dass sie außer Tritt gerät. Außerdem
kommt sie mit dem Hinterbein nicht mehr zum
Kratzen ans Ohr und mit der Schnute zum
Putzen nicht mehr an die Rute. Echt lästig,
diese Rundungen!!!
Die Wurfkiste wird zum Eingewöhnen
aufgestellt, ein Bett daneben. Michael
schläft schon mal darin, um Hummel
Gesellschaft zu leisten - und wo schläft
Diese Hummel? - Oben, vor meinem Bett! |
| 09.09.2008 |
Heute
ist der 58.Tag von Hummels Trächtigkeit, ab
heute wären die Welpis lebensfähig.
Im Lehrbuch steht, man solle die Hündin bis
zum letzten Tag zu Spaziergängen „überreden“;
Hummel tickt irgendwie anders, ich muss sie
an die Leine nehmen, um sie von kühnen Mäuselsprüngen
und wilden Spurts abzuhalten. Hummel genießt
es. |
|
13./14.09.
Trächtgk. Tag 62
Geburt
|
Eine
ganz normale außergewöhnliche Geburt
(Link)
Samstag morgen um 3 Uhr weckt mich Hummel
mit Hecheln und Fiepen.
Um 23.30Uhr wird der erste Welpe geboren, am
Sonntag morgen um 6.47 Uhr der sechste und
letzte.
|
15.09.2008
Mo, Tag 1 |
Hummel
ist noch recht unruhig, sie scharrt in der
Wurfkiste, hat immer noch mal Nachwehen und
die Nachgeburten scheinen ihr auch nicht nur
gut bekommen zu sein. Sie mag jedoch die
Wurfkiste gar nicht verlassen, wir müssen
sie überreden, wenigstens hin und wieder
zum Lösen in den Garten zu gehen. Als die
Post kommt rennt sie allerdings wild
entschlossen zur Terrassentür und verliert
dort eine Nachgeburt, die Grizzly
fürsorglich beseitigt. Daraufhin entwickelt
er einen milden Durchfall, das nenn ich
Solidarität! |
16.09.2008
Di, Tag 2 |
Hummel
hat trotz Homöopathischer Begleitung sehr
mit Nachwehen zu tun, sie treibt immer noch
mal Gewebe aus und hat mit Gastritis,
Durchfall, Blähungen und Aufstoßen zu tun.
Ihr Spezialfutter rührt sie nicht an, nur
Sahnequark mit Haferflocken und Honig
schmeckt ihr. Den Kleinen hingegen geht es
vortrefflich, sie nuckeln und schlafen und
räkeln sich genüsslich, wenn man sie
krault. Nachmittags wird die große
Waschaktion im Garten vorgenommen: Hummels
hinteres Drittel wird mit vielen
Waschlappen, Tüchern und warmem Wasser
grund-gereinigt. Sie scheint den tieferen
Sinn dieser Aktion zu verstehen und bedankt
sich mit einem kleinen Freudensprung. |
17.09.2008
Mi, Tag 3 |
Die
Nacht war mal wieder mit sehr wenig Schlaf
gesegnet. Michael ist im Bett neben der
Wurfkiste mal wieder überhaupt nicht zur
Ruhe gekommen, Ich übernehme den Tagdienst
und Michael schläft. Hummel ist zeitweise
unruhig, im der Wurfkiste ist es ihr wohl
auch zu warm, sie steht aber schon mal eher
auf, um sich im Garten zu lösen. Dort
scharrt sie unter den Büschen, ob sie ein
Ersatzlager für Notfälle ausguckt? Grizzly
übernimmt für diese Minuten den
Welpendienst: Er horcht aufmerksam auf ihre
Rufe, "windelt" die Kleinen und
vertreibt Kater Aloysius. Wer weiß, wo der
rumgestiefelt ist! Die Welpen quittieren die
Windel-Dienste mit kleinen Tröpfchen und
Würstchen. Hummel und Grizzly entwickeln
diesen typischen Atem mit Duft nach Milch, Honig und
Wurfkiste.
Nachmittags beruhigt sich Hummel und sie
ruht ausgiebig in der Wurfkiste. Ich nutze
die Zeit für Telefonate mit den
Welpeninteressenten und zum Erstellen der
neuen homepage-Seiten.
Den Welpis geht es bestens, sie fühlen sich
richtig stramm an und nehmen prima zu. |
18.09.2008
Do, Tag 4 |
Heute
Nacht haben alle Hausbewohner tief und fest
geschlafen - wie wohltuend!
Hummel ist immer am ruhigsten, wenn alle im
Haus sind. Geht Michael mit Grizzly
spazieren oder bin ich in der Schule,
wandert sie unruhig umher und begrüßt uns
"umwerfend" beim
Nachhausekommen.
Unsere kleinen Quiekerlies werden immer
agiler: Sie können ihren Hunger oder die
falsche Lage (wenn sie z. B. unter dem
Abstand-Holz liegen statt an Mamas Zitzen)
in einer Lautstärke anmelden, die man solch
kleinen Geschöpfen gar nicht zutraut. Das
Fotographieren ist stellt sich als eine
Kunst heraus. Wir freuen uns zwar sehr über
ihre Bewegungsfreude, aber 3 Sekunden
Stillhalten wäre wunderbar, um scharfe
Fotos ohne Blitz machen zu können. Michael
kauft Tartar für Hummel - gute Idee! -
unter ihr Futter gemixt nimmt sie das erste
Mal nach der Geburt ihr gehaltvolles
Welpenfutter zu sich. Quark mit Haferflocken
und Honig gibt es natürlich trotzdem. Auch
der vielbeschäftigte und alles
überwachende Onkel erhält
selbstverständlich seinen angemessenen
Teil.
Heute bekommt Hummel ihre neue Herbst-Mode:
Einen Fasson-Schnitt a la Chef an ihrem
Mama-Popo. Alle Geburts-Verunreinigungen
sind so als Infektionsquelle schon mal
ausgeschlossen. Das Sauber-Halten fällt ihr
leichter. |
19.09.2008
Fr, Tag 5 |
Die
Hummel-Babys sind schon recht drall und
kräftig: Sie stemmen sich mit ungeahnter
Gewalt gegen die Zitzen, die Vorder-Tatzen
im rhythmischen Milchtritt, die steil
aufgerichteten Schwänzchen vibrierend vor
lauter Engagement. Ihr Zunahme-Ziel, die
Gewichts-Verdopplung nach 14 Tagen scheinen
sie locker zu schaffen. Auch kleine
Rückschritte wären völlig normal. Weil
alle schon so ambitioniert in der Wurfkiste
herumrobben, wird in Hummels
Eingangs-Öffnung vorsichtshalber das zweite
Brett eingesetzt.
Hummel hat mit knapp 39° immer noch
erhöhte Temperatur, treibt Gewebestücke
aus und hat noch keinen rechten Appetit. Ein
Telefonat mit der Tiho beruhigt uns vorerst.
Abends beim Wiegen dann doch noch eine
kleine Beunruhigung: Die Gewichtszunahmen
sind nicht so gut ausgefallen wie erhofft.
Dennoch: Alles im völlig normalen Bereich.
Vielleicht machen wir uns doch zu schnell
Sorgen. |
20.09.2008
Sa, Tag 6 |
Die
Nacht war absolut grauslich: Unser
moppeligster Welpe schrie die ganze Nacht
wie am Spieß, keiner konnte auch nur
ansatzweise ein Auge zumachen. Minutenweise
schlief er bei Bauchmassagen ein, um
anschließend um so lauter herzerweichend zu
kreischen. Seltsamerweise trinkt er voller
Hingabe und auch die Temperatur ist völlig
normal. Wir tippen auf Blähungen - die
können in der Tat entsetzlich weh tun und
haben schon so manche Mutter verzweifeln
lassen. Am frühen Morgen wecken wir unsere
Tierärztin. Die scheint die rettende Idee
zu haben: Saab Simplex. Es scheint zu
funktionieren. Warum war ich da nicht selbst
drauf gekommen? Unser Moppel-Stratege
produziert ein Endlos-Würstchen - kaum zu
glauben, was aus solch einem kleinen Kerl
kommen kann. Nur selten können wir Hummel
zuvor kommen und ihren gereizten Magen
entlasten, sie leckt, putzt und windelt so
fleißig, dass die Laken, abgesehen von
einigen wenigen physiologischen
Ausfluss-Tröpfchen lange sauber bleiben und
die Waschmaschine (vorerst) nur 1x täglich
läuft. Immer wenn Hummel nach draußen
marschiert, verliert sie noch ein paar
gewebehaltige Blutteilchen, die Grizzly
eifrig entfernt, damit kein potentieller
Fressfeind sie entdeckt. Unser kleines
Moppelchen hat trotz der Schrei-Attacken
mächtig zugenommen, wir glauben es ja kaum
und beobachten ihn nun gezielt beim Trinken:
Tatsächlich! Er hat immer die hinteren,
fast von allein fließenden Luxus-Zitzen und
verteidigt diese wie ein Berserker, will man
ihn mal vorne andocken, schaufelt er sich
über seine Geschwister zu seinem Stammplatz
und nimmt dort Riesen- Schlucke. Kein
Wunder, wenn man Blähungen kriegt!
Genau umgekehrt unser kleines Mädchen, es
robbt munter zwischen Hummels Vorderbeine
und trinkt dort gar zierlich aber ausdauernd
an den kleinen Zapfstellen. |
21.09.2008
So, Tag
7
Eine Woche
alt !
|
Moppel
hat Michael wieder bis 2.00 nachts wach
gehalten, dann hatte mein Mann die richtige
Massage-Technik gefunden. Danach allerdings
war bis 6 Uhr Ruhe.
Heute sind unsere Schützlinge eine Woche
alt und Hummel bleibt immerhin eine halbe
Stunde mit gespitzten Ohren auf der Terrasse
liegen (sie hat das Lehrbuch doch gelesen!),
flitzt aber beim leisesten Gurr-Laut ihrer
Babys los. Die Kleinen halten jetzt schon
fast zwei Stunden ohne Säugen durch, wir
sind froh um jeden Tag, den Hummel allein
schafft, denn die Erzählungen von
Züchterkollegen, die bereits in der ersten
Woche wegen einer Mastitis der Hündin
Flaschenaufzucht praktizieren mussten, sind
nicht besonders einladend.
Hummel macht uns noch etwas Kummer, sie
scheint immer noch mal etwas herausdrücken
zu wollen. Das werden wir morgen bei unserer
Tierärztin in Salzgitter abklären lassen. |
22.09.2008
Mo, Tag 8
|
Die
erste Autofahrt unserer kleinen Schnuffis:
In Körbchen mit Wärmflasche und vielen
Tüchern und Laken auf der Ladefläche geht
es auf die Reise. Ich sitze mitten zwischen
der illustren Hundeversammlung, die gleich
nach dem Start angekündigt hatte, bei Mama
einen kleinen Imbiss zu nehmen, der Rest der
Fahrt wird locker verschlafen. Auch bei der
Tierärztin zeigen sie sich von der besten
Seite: Sie liegen friedlich im Körbchen und
lassen sich bewundern. Nabel, Bäuche,
Rachen, Ernährungszustand... alles bestens.
Die Tierärztin Michaela Jamans (Besitzerin
von Hummels Bruder und Vater) amüsiert sich
über die Krausnasen.
Hummel wird Blut abgenommen und der Bauch
betastet und geschallt. Außer einer riesig
gefüllten Blase und unglaublichen
Blähungen ist alles, wie es sein sollte.
Hummel geht wohl zu selten und nicht mit
Ruhe zum Lösen.
Sie bekommt ein homöopathisches Medikament
und so geht es beruhigt wieder zu Grizzly
nach Hause.
Für Hummel wird Hühnchen mit Reis gekocht,
und weil das so lange dauert, hat Frauchen
vom Grill einen hervorragend duftenden
Gockel mitgebracht. Beide Schnuffis stehen
voller Erwartung auf meinen Füßen und Kater
Aloysius kriecht fast in die Tüte. Grizzly
freut sich über die abgewaschene Haut und
Hummel bekommt das ungewürzte Fleisch.
Welch Festmahl!
|
23.09.2008
Di, Tag 9
|
Die
beruhigenden Befunde haben dafür gesorgt,
dass wir gelassener sind, das wiederum sorgt
dafür, dass Hummel gelassener ist, deshalb
sind wir gelassener....
Unsere Kleinen sind mittlerweile keine
Maulwürfe mehr, sie ähneln eher den
Wackel-Dackeln auf der Hutablage. Ihre
relativ großen Köpfe können sie kaum
halten, mit großem Eifer schieben sie sich
aber schon durch die gesamte Wurfkiste und
krabbeln über Mamas Rücken. Wir können
nun darauf vertrauen, dass jeder
selbständig an die Milchbar gelangt. Brollo
hebt seine Augenbrauen und ein Schlitzauge
öffnet sich ein wenig. |
24.09.2008
Mi, Tag 10
|
Hummel
geht es wieder richtig gut, sie futtert mit
Genuss, schläft entspannt, räkelt sich
ausgiebig und vertreibt böse Postboten. Als
sie mitten in Säugen aufspringt, haben sich
Biene und Fossi so festgesaugt, dass sie
unter Hummels Bauch baumeln und mit einem
Schmatzer runterpurzeln.
Alle haben locker fristgerecht ihr Gewicht
verdoppelt. Auch Biene blinzelt mit dem
linken Auge. |
25.09.2008
Do, Tag 11 |
Die
größte Gefahr von gefährlichen
Infektionen ist nun gebannt. Die Purzels
haben durch die Kolostral-Milch gute
Abwehr-Stoffe getankt und können so langsam
die Körpertemperatur selbst regulieren. Sie
öffnen sich immer mehr der Außenwelt,
heben schnuppernd ihre Köpfchen und steuern
gezielt Mama an. Manche Augen zwinkern zwar
schon, sehen können sie aber noch nicht und
auch der Topfdeckel-Hörtest fällt noch
negativ aus, die kleinen Ohren sind gut
sichtbar verschlossen. Statt 95% des Tages
schlafen sie nur noch 90%. Gang-Übungen
-oder besser Wackel-Übungen sind angesagt.
Mit den Vorderbeinen können sie sich
bereits gut empor hebeln, die Hinterbeine
aber funktionieren noch nicht so zielgenau,
sie stemmen aber beim Nuckeln den Körper
prächtig an die Zitzen. Die Laken sind
jetzt sehr lange sauber, was wir Hummels unermüdlichem
und uns zuvorkommenden Einsatz zu verdanken
haben, sie kommentiert dies mit korpulenten
"Aufstößerlies" mit dem
verwegenen Duft nach Wildnis und
Abenteuer... |
26.09.2008
Fr, Tag 12 |
Der
Tierarzt der Royal-Canin-Hotline bestärkt
uns darin, bei unseren beiden Zwergen
vorerst keine industrielle Welpenmilch
zuzufüttern. Nichts geht über
Hummel-Milch! Ausschlaggebend sei nicht das
Gewicht und die absolute Zunahme, sondern
der Allgemeinzustand, das Durchhalten bis
zum nächsten Säugen (Zufriedenheit,
Sattheit), die individuelle Verdopplung des
Gewichts nach 14 Tagen und die
Entwicklungsfortschritte. Alle Kriterien
sprechen dafür, dass auch Bruno und Bemma
bestens versorgt sind. Ob hier die
Erbanlagen des zarten Papas eine Rolle
spielen?
Inzwischen zwinkern alle und man kann die
kleinen, noch milchig-weißen Augäpfel
erahnen. Seltsamerweise blinzeln alle zuerst
mit dem linken Auge. - Wahrscheinlich ein
Zeichen für ihren Humor!
Das regelmäßige Lauf-Training nach den
Säugephasen zeigt Fortschritte: Hier
scheinen die Leichtgewichte im Vorteil zu
sein, Bemma kann ihr Bäuchlein sogar schon
für 10 Wankelschritte oben halten! Die
Seiten des Wäschekorbes sind nicht mehr
hoch genug. Für die Zeit der
Wurfkisten-Reinigung muss ein größerer
her. Fossi hatte bereits erfolgreich den
Rand erklommen. Das Wiegen gestaltet sich
trotz "Entwacklungs-Mechanismus"
immer schwieriger, deshalb sind Einzelwerte
wenig aussagekräftig. |
27.09.2008
Sa, Tag 13 |
Eine
weitere Fertigkeit wird unter
erstaunlich lauter Kommentierung geübt: Das
selbständige Absetzen von Kot und Urin. Die
Ruhezeiten für die Waschmaschine sind
vorbei, Laken werden häufiger gewechselt,
Toilettenpapier und unser Einsatz sind
gefragt. Hummel nutzt die Gunst der Stunde
und verschwindet nach dem Nuckel-Lassen
immer zügiger. Ihr Gesäuge ist
tatsächlich schon etwas traktiert. Da die
kleinen Quieker unseren Kontakt aktiv
suchen, setze ich mich öfter in die
Wurfkiste. Sie erkunden jede Stoff-Falte,
schnuffeln an den Socken (hmmm...), stokeln
über die Füße, und lecken besonders
eifrig am Finger, wenn sie noch nach
Trockenfutter duften, aber noch ist es zu
früh! |
28.09.2008
So, Tag 14
Zwei Wochen
alt !
|
In
der letzten Woche haben unsere kleinen
Strategen insgesamt 2260g zugenommen
(Schnitt 380g), dafür haben sie ca. 5 Liter
Hummel-Milch getrunken. Da diese mit einem
Fettanteil von ca. 10% sehr nahrhaft ist,
würde das mit 3000 Kalorien dem
Energiegehalt von über 10 Litern
Kuh-Vollmilch entsprechen.
Nachts weckt uns die Hummel nach wie vor
zwei- bis dreimal, um sich im Garten lösen
zu können, das "Windeln" der
Kurzen fordert seinen Tribut bei der
Verdauung.
Am Nachmittag ist es so unglaublich schön
und spätsommerlich draußen, dass ich
beschließe, eine Foto-Session auf der
Terrasse zu starten, um die schönen
Fellfarben und die Bewegung der einzelnen
Welpen ohne Verwackler einmal festzuhalten.
So schön ich auch das Wetter finde, die
Wackel-Dackel sind "not very amused".
Es ist so hell und ungewohnt, dass sie
lauthals protestieren und ihre Nase immer
vom Lichteinfall wegdrehen. Grizzly ist
sofort parat um Erste Hilfe zu leisten: Er
stupst sie an, leckt, beschnauft und windelt
sie. So beruhigt sind doch einige nette
Fotos entstanden. |
29.09.2008
Mo, Tag 15 |
Unsere
Schwergewichte krakehlen die ganze Nacht
lauthals herum. Nicht eine Stunde ist Ruhe.
Hummel holt uns genervt diverse Male und mag
sich gar nicht so recht zwischen die Meute
legen. Sind es wieder Blähungen, Zahnung
oder lässt sich Hummel von den spitzen
Krallen zu sehr abgehalten? Unser Zuspruch, allgemeine
Kraul- und
Streicheleinheiten und Saab Simplex bringen
erst gegen Morgen Frieden.
Heute werden allen die noch nicht hinreichend
abgelaufenen spitzen, kratzenden und piekenden
Krallen geschnitten, um Hummels Gesäuge zu
schonen.
- 60x Millimeter-Arbeit, bei der genau die
richtige Stelle getroffen werden muss, um
keinem weh zu tun.
Die Augen aller Quäker sind mittlerweile
geöffnet, sie können wohl aber vorerst nur
Helligkeitsstufen wahrnehmen und blicken
noch nicht zielgerichtet.
Ob der Tatsache, dass Hummel in letzter Zeit
so viel gefragt und bewundert gefragt wird, ist sie der Ansicht,
das Futter persönlich aus der Hand serviert
bekommen zu müssen. Was tut man nicht
alles, um die Hündin bei Laune zu halten! |
30.09.2008
Di, Tag 16 |
Unsere
Leichtgewichte können schon recht
ordentlich gehen, die kleinen Brummer
hingegen machen immer noch mal
Zwischenlandung mit dem Po. Das Hören ist
bei sichtbar offenen Öhrchen im Aufbau; als
Michael beim Wiegen niest, unterbrechen alle
kurzzeitig ihr übliches Konzert und heben
den Kopf. Biene will sich mal die Anatomie
bei Mama genauer angucken und steckt zu
diesem Zweck ihren Kopf so tief in
Mamas Ohr, dass sie stecken bleibt und
kräftig mit den Beinen strampelt, bis Mama
ihr wieder raus hilft. Bruno und Fossi
sitzen voreinander und staunen sich
verwundert an. Klein Bruno überprüft seine
Halluzination und tatzelt Fossi auf die
Nase, der wiederum das Gleichgewicht
verliert und schimpfend seitlich umkippt. |
01.10.2008
Mi, Tag 17 |
Nachdem
alle so munter und gut entwickelt sind,
wagen wir heute die erste
Entwurmungs-Aktion, die kleinen
Quieke-Bären schmatzen lange verwundert auf
der Paste, Grizzly und Hummel bekommen eine
Tablette in Leberpasteten-Mantel an Petersilie
und Kater Aloysius merkt den Spot-On-Tropfen
während seiner Hauptmahlzeit überhaupt
nicht. Einige Stunden später eine leicht
veränderte Verdauung bei den Winzlingen,
aber ansonsten wird alles gut vertragen und
man geht zum Alltags-Geschäft über.
Zunehmend sind schon kleine Spiel- Sequenzen
zu erkennen. Jede freie Minute wird von uns zum
Zuschauen und Mitmischen an oder in der
Wurfkiste sitzend genutzt. Die ausprobierten
Stimm-Modulationen sind beträchtlich: Von
Mäuschen über Meerschweinchen, Tauben bis
hin zu Schreisee-Adler, Gibbon und Hyänen -
wir scheinen einen Zoo in unserem Haus zu
beherbergen.
Hummel verputzt heute 1250g des
hochkalorischen Futters + 250g Sahnequark
mit Haferflocken + 1/4 fettes Suppenhuhn mit
Reis! Sie hat aber auch beispielsweise
allein heute 1 Liter Sahne-Milch abgegeben. |
02.10.2008
Do, Tag 18 |
Morgens
um 4 Uhr beginnt der Tag mit dem üblichen
munteren Welpenkonzert: Ein Sextett von
D-Moll bis dreifach hoch C-Dur auf der nach
oben offenen Richterskala!
Vor der Zielgeraden haben alle wacker ihr
Gewicht verdreifacht, alles pur durch
feinste Hummel-Milch. Aber, aber... die
ersten Zähnchen sind im Sprießen und die
längste Zeit wird Hummel ruhig ausgeharrt
haben, bis alle satt sind. So langsam
sollten sich die Junioren an Zufütterung
gewöhnen.
Unsere drei kleinen eleganten Damen haben
ihre Schwänze bereits zierlich eingedreht
und trappeln damit kokett durch die
Laken-Landschaft! |
03.10.2008
Fr, Tag 19 |
Noch
hat Hummel reichlich Milch, außerdem weiß
man inzwischen, dass schnelle
Gewichtszunahmen durch Zufütterung
unvorteilhaft für die Entwicklung wären.
Auf die bevorzugten Liegeplätze unter den
Distanzrahmen passen unsere
Wohlproportionierten nun nicht mehr, obwohl
versuchen sie es immer wieder mit wild
entschlossenen Stramplern und Schiebern
probieren. Stattdessen werden die
Spielvariabilitäten erweitert: Geschwister
werden überkrabbelt oder umgerangelt, in
die Rute - vorerst noch zahnlos - gezwackt
und möglichst gefährliche klingende Beller
ausprobiert, Grizzly guckt beeindruckt über
die Wurfkiste und legt den Kopf schief. Als
erste Anregung bekommen die Schatzies
mehrere Bälle und einen Rascheltunnel. Die
Bälle entwischen immer, wenn man sie
antatzelt oder seinen Kopf drauflegen
möchte: Doofe Bälle! Auch der
Rascheltunnel haut immer ab, macht aber
dabei tolle Geräusche. |
04.10.2008
Sa, Tag 20 |
Die
kleinen, weißen, spitzen Eckzähne sind bei
allen jetzt gut zu erkennen.
Großes Interesse wird an Hummels Futter
gezeigt, aber noch schiebt sie den Nachwuchs
zur Seite.
Wenn Hummel in der Wurfkiste steht, kommen
die einfallsreichen Strategen schon ganz gut
hangelnd und strampelnd an die Zitzen, das
Bild erinnert an Romulus und Remus, nur dass
6 Säuglinge wissen, was sie wollen. Wenn es
allerdings um das "Windeln" geht,
sind sie noch die kleinen Bedürftigen.
Hingebungsvoll und entspannt liegen sie auf
dem Rücken, wenn Mama erst das Bäuchlein
massiert und grunzen und gurren genüsslich
mit geistesabwesenden Blick, wenn die
Tröpfchen oder das Würstchen
erscheinen.
Der Rascheltunnel hat sich zum heiß
umkämpften Lieblings-Schlafplatz
entwickelt. |
05.10.2008
So, Tag 21
Drei Wochen
alt !
|
Mit
Beginn der 4. Lebenswoche lassen Welpen die
"vegetative Phase" hinter sich und
die "Präge-Phase" beginnt. Die
Wurfkiste ist so langsam wirklich zu klein
und Entdecker-Drang will gestillt sein.
Deshalb findet heute der große Umzug statt:
Im Wohnzimmer haben die Quirls ab
sofort 6
qm Auslauf. Hummel hat nach wenigen Übungen
den "gesäuge-schonenden" Einstieg
angenommen. Grizzly ist wenig erfreut, dass
nun auch seine Körbchen-Ecke nicht mehr
sicher ist. Die kleinen Schnuffis aber
erkunden sofort ihren neuen Kisten- Ausgang
mit dem weiten Land dahinter: seltsam
rutschige Fliesen, auf denen die Füsse in
alle 4 Himmels- richtungen auseinander
gehen; eine kleine Wippe, die zurückklappt,
wenn man fast drüber ist; altbekannt: der
beliebte Rascheltunnel und die unbeliebten
Bälle; eine große Matratze, die nachgibt
und knistert, wenn man darauf rumstokelt,
wird gleich bepüschert (Gott sei Dank ist
sie mit Folie und Laken geschützt) und
nicht zuletzt eine sehr interessante Treppe
zu beiden Seiten des Kisten-Ausganges,
gleich sehr geschätzt für ein kleines
Schläfchen.
|
06.10.2008
Mo, Tag 22 |
Passend
zum Beginn der Präge-Phase wissen unsere
kleinen Nasenbären, wie sie endgültig
heißen und bei wem sie einst wohnen werden:
| 1. Bella
(Lola) |
Friedeburg an der
Nordsee, 200km |
Ehepaar mit erwachsener
Tochter, 3 Katzen |
| 2. Bruno
(Backenbart) |
Wolfenbüttel, 50km |
Junges Ehepaar |
| 3. Buffy
(Biene) |
Hildesheim, 5km |
Junges Ehepaar, bald mit
Baby |
| 4. Brando
(Brollo) |
Emmerich am Rhein bei
Arnheim, 360km |
Ehepaar |
| 5. B-Moshe
(Fossi) |
Geltdorf bei Schleswig, 300km |
Ehepaar mit vielen
Tieren, Eurasier Aaron |
| 6. Bemma |
Brüssel, 500km |
Ehepaar mit 4
erwachsenen Kindern |
|
07.10.2008
Di, Tag 23 |
Die
spitzen Milchzähnchen sind so gut
entwickelt, dass Hummel beim Säugen das
Gesicht verzieht. Nachts muss sie richtig
überredet werden, sich hinzulegen, lauthals
wird gemeutert und gefordert (immer
nachts!!!). Das ist der Zeitpunkt, um mit
der Zufütterung zu beginnen. Der Napf mit
zermahltem und eingeweichtem Baby-Starter
wird zwar wild durch die Gegend geschoben,
es wird am Rand genuckelt, aber ruckzuck
haben unsere klugen Zöglinge den Dreh raus:
Die wilde Meute startet die Schlacht am
kalten Büfett, in null Komma nix ist der
Teller leer. Laut Hersteller soll soviel
gegeben werden, dass in 10 Minuten alles
verputzt ist. Ha, da können wir doch nur
lachen, kaum eine Minute, aber mehr soll es
fürs Erste nicht geben, der Verdauungstrakt
soll sich langsam gewöhnen. |
08.10.2008
Mi, Tag 24 |
Die Zufütterung macht sich
schon auf der Waage bemerkbar. Auch die
kleinen Würstchen verändern sich sofort:
Sie lassen sich viel besser aufnehmen. Augen
und Ohren funktionieren immer abgestimmter:
Die Tatze landet punktgenau auf Kumpels Nase
und in das Bellen der Großen: "Alarm,
böse Postboten!" wird allgemein im
Brustton der Überzeugung mit eingestimmt,
zuallererst von Bruno Bond 007 - mit dem
Geburtszeitpunkt 0.07 Uhr muss er das auch.
Überhaupt zeigen sich die Kleinsten
überaus pfiffig und kernig: Beim Rangeln
mischen sie tatkräftig mit und machen die
z. T. 1000g Differenz durch Wendigkeit und
Raffinesse wett. Alle 6 stiefeln
mittlerweile wie stramme Möpse mutig,
selbstbewusst und unbeirrt durch die
Landschaft, über Treppen, Wippe, Kumpels,
widerspenstige Bälle, Mamas und dergleichen
als gehörte die Welt seit ewigen Zeiten
ihnen.
Nur wenn Mama sich niederlässt und der
warme Bauch lockt, sind sie nach wie vor die
kleinen, bedürftigen Babys. Nachdenklich
zuschauend fängt Michael beeindruckend
geistreich an zu dichten:
|
Es saugt so gern
der kleine Knilch
die allerfeinste Hummel-Milch. |
|
09.10.2008
Do, Tag 25 |
So
langsam beherrschen unsere Schnuffels die
Technik des Wassertrinkens ohne zu blubbern,
zu niesen oder bärenmäßig rumzuferkeln.
Trotzdem wird das Babyfutter vorerst
eingeweicht, um einem Austrocknen vorzubeugen.
Das Futter wird mit wilder Gier
verschlungen; nachts meldet sich niemand
mehr, trotzdem schaut Michael immer mehrfach
nach dem rechten.
Riesige Mengen werden auch ausgeschieden,
Waschmaschine und Trockner laufen
ununterbrochen, am Abend gibt der Trockner
seinen Geist auf. Auch wenn mit
Toilettenpapier, Haushaltspapier, Laken,
Hand- und Wischtüchern sowie etlichen
Wischaktionen viel beseitigt wird, es duftet
ganz erheblich nach Tigerkäfig. Wie können
solch süße Herzleins solch exotische
Gerüche verbreiten?!? -
Heute scheint die Sonne aus allen
Knopflöchern, 15°C, - das ist die
Gelegenheit! Zügig wird auf dem Rasen der
kleine Holzzaun aufgebaut und eine
Welpen-Transport-Linie eingerichtet. Der
erste Ausflug wird natürlich gleich erstmal
mit einer Extraportion Futter schmackhaft
gemacht. Gut gestärkt schauen und
schnüffeln sich alle verwundert um und sind
zunächst gar nicht begeistert von der
ungewohnten Umgebung. Das Bäuchlein
tiefergelegt schleicht man vorsichtig
erkundend durch die gefährliche und
unendliche Wildnis, um sich letztendlich auf
dem Laken zwischen Frauchens Füßen
zusammenzuknäulen. Als kurz darauf die
Kleinen zu bibbern beginnen, wird
die Aktion als beendet erklärt und das
rettende Ufer - die Wurfkiste - wird dankbar
und erschöpft erreicht. Nach dieser
wagemutigen Polar-Expedition (sie hat
immerhin fast ganze 10 Minuten gedauert!)
wird geschlagene 5 Stunden geschlafen, nur
unterbrochen von einem kleinen warmen Snack
an der kuscheligen Milchbar. |
10.10.2008
Fr, Tag 26 |
Zur
besseren Unterscheidung auf den Fotos und
zur Gewöhnung bekommen die Zwerge heute
ihre Welpen- Halsbänder in der passenden
Farbe. Diese lösen sich automatisch, falls
sie irgendwo hängen bleiben sollten.
| Bella |
Bruno |
Buffy |
Brando |
Moshe |
Bemma |
Die Matratze im Innenauslauf hat sich
nicht bewährt, zwar liege ich gern zwischen
den kleinen Wieseln, aber sie wurde zu gern
zum Lösen benutzt und Sofa-Püscherer
wollen wir nun nicht erziehen. Dafür ist
uns heute der Wettergott besonders hold:
Vormittags geht es für 20 Minuten auf die
fußwarme Holzterrasse und nachmittags bei
fast 20°C fühlen sich alle 8 Schnuffs
sogar 3 Stunden dort wohl. Bei abnehmender
Temperatur erklimmen Klein Bruno und Klein
Bemma, die ja die wenigsten Speckfalten
besitzen, meinen Schoß und beobachten
interessiert das Spektakulum des Fußvolkes
von ihrem Ausguck mit exklusiver
Popo-Heizung.
Grizzly ist der Meinung, dass es so langsam
an der Zeit sei, vorwitzigen Geistern die
Grenzen aufzuzeigen: Als Brando fast seine
Pfote berührt, zieht er die Nase kraus und
droht: Bloß nicht näher! Brando legt
kreischend den Rückwärtsgang ein, ist aber
nicht besonders nachhaltig
beeindruckt.
|
11.10.2008
Sa, Tag 27 |
Heute
beginnt Michaels aufgesparter Jahresurlaub -
5 Wochen - Gott sei Dank! Es gibt so viel zu
tun! Erstmal wird der Trockner repariert,
dann der Holzzaun für die Terrasse niet-
und nagelfest gemacht. Bei dem sonnig warmen
Wetter, Petrus sei`s gedankt, können unsere
kleinen Stinkerlies diesen Auslauf den
ganzen Nachmittag nutzen und das Wohnzimmer
wird ausgiebig gelüftet. Der unternehmungs-
und spiel-lustige Anakin aus unserem A-Wurf
kommt zu Besuch und ist erstmal so ganz und
gar nicht begeistert von seinen
Halbgeschwistern, nicht mal sein Lieblings-
Leckerlie will ihm schmecken. Als Frauchen
endlich das Signal zum Aufbruch gibt, macht
er einen Riesenbogen um die Gespenster und
sucht dankbar das Weite. Auch unser Neffe
Hendrik möchte mit den niedlichen
Mausebären spielen, ist aber ganz
enttäuscht, dass diese noch so viel
schlafen.
Michael entwirft für drinnen und draußen
Kästen, die mit Torf befüllt werden. Buffy
erkennt als erste den tieferen Sinn und
setzt ihr nächstes Würstel darin ab. Auch
Klein Bruno ist schnell von Kapee und nutzt
die Vorrichtung zum Püschern - kluge Hunde! |
12.10.2008
So, Tag 28
Vier Wochen
alt !
Halbzeit!
|
Mit
ihren vier Wochen sind die Gesichter soweit
differenziert individualisiert, dass auch
Fremde sie gut unterscheiden können.
Den nun täglich mehrere Stunden dauernden
Auslauf genießen die Knopfaugen immer mehr.
Sie erkunden das Gelände, nehmen die
Spielhaltung ein und überfallen ihre
Geschwister, Mama, Grizzly oder meine Hand
mit einem kleinen Hüpfer. Nach maximal 10
Minuten ist aber wieder Pause angesagt. Für
die Siesta sucht man sich ein passendes
Plätzchen in irgendeinem Winkel oder einer
Nische, gern zusammen mit einem Kumpel.
Besonders beliebt sind die Plätze zwischen
den provisorisch als Begrenzung umgelegten
Gartenstühlen, geschützt vor Wind und
Sonne. Heiß umrungen ist auch Grizzlys
großes kuscheliges Fleece-Kissen. Ob er
deshalb schon mal ein Machtwort mit
vorlauten Tatzelbären spricht?
Michael nutzt die Zeit um den Innenauslauf
mit Schrubber, Heißluftpistole und die
Fugen mit alten Zahnbürsten grundzureinigen
und zu desinfizieren. Weitere Spielzeuge
werden installiert, unter anderem von der
Decke hängende Seile, Kau -Knochen,
Plastikflaschen und Bälle.
Im Laufe des ganzen Tages kommt viel Besuch,
Hummel ist etwas gestresst. |
13.10.2008
Mo, Tag 29 |
Hummel
hat die ganze Nacht gefiept, gehechelt und
uns jeweils zum Säugen geholt. Zum Säugen
verlangt sie ein sauberes Laken als
Untergrund, Zuspruch und
Überredungskünste. Teilweise säugt sie
nur im Sitzen. Zuviel Turbulenz oder spitze
Zähne? Jedenfalls beschließen wir, es
heute etwas ruhiger angehen zu lassen.
Michael baut ein Wackelbrett, das sofort in
Besitz genommen wird. Als erste trauen sich
Bemma und Buffy darauf. Sie wackeln und
purzeln, nehmen es aber immer wieder erneut
mit der Herausforderung an. Den neu
aufgestellten Tunnel indess weihen Moshe und
Bella ein, als hätten sie in ihrem bewegten
Leben nichts anderes gemacht als Fuchsbauten
zu bestöbern. Moshe meint, dies sei
speziell für ihn gedacht und
besiegelt das mit einer Pipi- Markierung. |
14.10.2008
Di, Tag 30
|
Die
Backenzähne sind durch. Brando hat bereits
ausgeprägte blaue Flecken auf der Zunge,
Bruno ein paar kleine an der Spitze. Fast
alle haben blaue Stellen am Gaumen, die sich
noch vergrößern werden - echt adelige
Schnuffis, die das "von" in ihrem
Namen zu Recht tragen. Völlig ungeachtet
diese Tatsache wird Mama immer mal ziemlich
unfein gezwackt, bespielt, überkrabbelt.
Hummel lässt sich erstaunlich viel
gefallen, tatzelt oft mit, nur wenn es gar
zu arg schmerzt, wehrt sie sich vorsichtig,
Grizzly sagt schon deutlicher, was ihm nicht
gefällt. Die Bande freut sich besonders,
wenn man sich mitten zwischen sie legt.
Völlig vertrauensvoll wird das gesamte
Riesengeschöpf erkundet und untersucht,
interessante Anziehungspunkte sind Augen,
Nasen, Ohren, Füße und Hände, alles wird
erklommen, beschnuffelt, angetatzt,
geschleckt, beknabbert und überfallen. |
15.10.2008
Mi, Tag 31
|
Michael
überspannt die gesamte Terrasse mit
Sonnensegeln. So können die Tatendurstigen
bei Sonne, Regen und kälteren Witterungen
nach draußen. Immer mehr trauen sie sich
die gesamte Fläche zu nutzen, immer
wagemutiger werden die Hopser, immer
sicherer und schneller das Laufen, immer
eleganter das Ringen. Die Kiefer können
schon so viel Druck ausüben, dass Mama sich
wehrt, die Geschwister kreischen und die
Menschen die Hände oder Füße wegziehen
und das Spiel ist vorbei - beim nächsten
Mal ist man vorsichtiger (wahrscheinlich).
Die Spiel- und Erkundungs-Phasen dauern
inzwischen 10 - 15 Minuten, dann wird wieder
eine Stunde geruht, um anschließend eine
Stärkung zu sich zu nehmen (Trockenfutter
oder eine feine Milchspeise) und sich des
überflüssigen Ballastes auf der Terrasse
zu entledigen. Mama kommt daraufhin immer
noch flugs gerannt, um alles sauber zu
halten. Was veranlasst Hummel nur, aus einer
ganz anderen Ecke des Gartens herbei
zueilen? Bei genauerer Beobachtung löst
sich das Geheimnis: Auslöser sind die
genüsslich stoßweisen Grunzlaute des
Welpen. |
16.10.2008
Do, Tag 32 |
So
ganz viel Außenaufenthalt ist bei dem Regen
nicht möglich, die Kurzen sind der Meinung,
das ist der regnerischste Tag, den sie je
erlebt haben! Dann wird eben besonders viel
geschlafen - auch o. k. ! Die
Desensibilisierungs-CD mit all den
Geräuschen, die Hunden häufig Angst
machen, stört nur Grizzly, die überaus
mutige und welterfahrene Bande verschläft
einfach alles. Hummel säugt das erste Mal
im Stehen. |
17.10.2008
Fr, Tag 33 |
Es
ist nicht zu verleugnen, dass wir Herbst
haben. Trotz Sonne steigt das Thermometer
nicht über 14°C. Die kleinen Quiekerlies
sind sehr rücksichtsvoll (bislang), sie
geben sich mit zwei 1-2stündigen
Aufenthalten an der frischen Luft zufrieden,
drehen dann aber komplett auf: Da wird
gerangelt, gepfötelt, grimmig oder
freundlich gucken geübt, Luft- und
Mäusel-Sprünge praktiziert, Geschwister
oder böse Blätter überwältigt,
gefährlich knurren oder engagiert jodelt
versucht, verschiedene Gangarten getestet
(Wechselschritt, Hoppelschritt, Seit- Galopp,
Stolperschritt, Fallrückzieher,
Vollbremsung, Nasenbremse mit
Überschlag...). Hummel lässt sich
anstecken und zeigt den erstaunten
Dreikäsehochs erstmal, was Akrobatik mit
sauber gestandenem Abgang ist - na ja,
Bellas Fuß war etwas im Wege (laut
kreisch), aber ansonsten: eine tolle
Vorstellung mit großem Lern- und Respekt-
Effekt! |
18.10.2008
Sa, Tag 34 |
Für
den Innenbereich wird statt Torf-Not-Klo
Katzenstreu ausprobiert und sogleich
eingeweiht. Ein echter Vorteil in Sachen
Geruch und Torftatzen. Man fordert aber auch
zunehmend den Außen-Auslauf ein, der
Unternehmungsgeist wird nachhaltiger, die
Schweins- Galopp-Attacken immer
kühner.
Die Terrasse ist gut geschützt: Von oben
die Sonnensegel, von unten Holz und
Liegekissen, von den Seiten das Haus und der
mit Laken verkleidete Zaun, zusätzlich
sorgt ein Heizstrahler für Komfort - so
kann der Winter kommen!
Michael hat eine große, stabile Brücke
gebaut, die gleich mit Interesse inspiziert
wird. Buffy erklimmt als Erste die
Hühnerleiter und genießt die Aussicht. Der
Abgang ist eher ein dreifacher Purzelbaum,
tut aber dem Stolz und der ebenerdigen
Ehrenrunde keinen Abbruch. Bruno beobachtet
das Ganze mit schief gelegtem Kopf und
Denkerstirn und macht es gleich nach - nur
der Abstieg fällt eleganter aus - ha! 1 : 0
! |
19.10.2008
So, Tag 35
Fünf Wochen
alt !
|
Zur
Feier des 5. Geburtstages (in Wochen)
möchte ich eine erste Charakterisierung
wagen ( ohne Gewähr, Haftung,
Garantie, Rechtsanspruch). Selbstverständlich sind alle unsere 6
Heranwachsenden die schönsten, süßesten, klügsten,
freundlichsten knuddeligsten Hunde der Welt. Auf diesem
Premium-Level ist es schwierig eine
Differenzierung festzulegen, also ein echter
Versuch:
Brando, unser sanftes Riesen-Baby mit
dem treuen Dackelblick ruht in sich selbst. Nur an der Milchbar ist
er schnell und sichert sich die beste
Zapfstelle. Dafür muss er auch als Erster
ruhen - verständlich! Ist irgendwo ein
Welpenhaufen zu sehen, so liegt Brando
garantiert unten drunter, als manifeste
Basis.
Bella, Hans-Dampf-in-allen-Gassen mit
heller Brust ist vor gar nichts bange. Wo was los ist, mischt
sie auf jeden Fall voller Power mit. Legt
sich das Gemüse zu Ruhe, so krabbelt sie oben
auf, die Beinchen verbindend über den
ganzen Haufen. Genüsslich lässt sie sich
auch gern verwöhnen und kraulen.
Moshe, unser Spielkalb und Schlingel mit erstem
Stehohr, initiiert so
manchen Unsinn und überfällt voller Freude
seine Geschwister oder unsere zu tief
liegenden Köpfe oder Füße. Kraftvoll ringt er mit
Mamas Rute und handelt sich dafür so
manches Mal Schimpfe ein. Keck traut er sich
weit zu
dem warnenden Grizzly vor.
Buffy - The Conquerer, mit schwarzer
Badehose - entdeckt als
Erste, was es Neues gibt. Neugierig wird
alles erkundet. Im Innenauslauf fordert sie
am nachhaltigsten Entertainment ein und
versucht sich aus der Umrandung
herauszuziehen. - Man kann ja auch keinen
Welten-Eroberer an bahnbrechenden
Entdeckungen hindern!
Bruno Bond 007 mit umfangreichem
Seemannsbart macht seinen
Geburtsdaten alle Ehre: Er schaut sich alles mit
schiefem Kopf an, kratzt sich nötigenfalls
hinterm Ohr und startet dann eine sehr überlegte
Handlung. Alles auf Sicherheit gecheckt kann
er dann auch besonders relaxt auf
dem Rücken, die Beinchen wie ein Käfer gen
Himmel gestreckt, ruhen.
Bemma, unsere kleine Piep-Maus mit
Knopfaugen ist
Everybodys-Darling. Sonninglich trappelt sie
durch die Welt, ist gern überall dabei und hat durchaus
erstaunliche Ausdauer. Jeder spielt gern mit
ihr, denn sie ist immer freundlich. Als
Erste läuft sie mit fröhlich wedelndem
Kringel-Schwanz durch die Landschaft. |
20.10.2008
Mo, Tag 36 |
Die
zweite Entwurmung vertragen alle
problemlos.
Hummel hat sich gut von den ersten
anstrengenden Wochen erholt: Sie spielt
hingebungsvoll mit ihrem Nachwuchs, lässt
sich bekrabbeln und beknabbern, Augen, Ohren
und Zähne untersuchen, an der Rute ziehen
und bepföteln, dreht die Vorlauten auf den
Rücken und kitzelt sie unter dem
Bauch.
Bemma krabbelt auf die Brücke und wagt
einen kühnen Kopfsprung in die 30cm-Tiefe.
Über die Nasen- Landung wird nicht lange
gejammert - tapfere kleine Maus!
Abends wird der Gras-Auslauf, eine umzäunte
Erweiterung zum Rasen, eingeweiht. Voller
Begeisterung wird an Halmen und Blättern
geknabbert, werden Hoppelsprünge absolviert
und wunschgemäß Häufchen abgesetzt. |
21.10.2008
Di, Tag 37 |
Schreck
in der Morgenstunde: Kurz nach 8Uhr ein
lautes Quieken von der Terrasse, Hummel
fiept aufgeregt, Grizzly stupst mich
dringlich an - nur 5 Welpen auf der Terrasse
- Brando strampelt im Teich - rausfischen -
Handtuch - rubbeln. Brando zittert. Wie
konnte das passieren? Keine Lücke
auszumachen! Im trockenen Handtuch auf den
warmen Bauch gelegt kommt Brando zur Ruhe
und schläft so fast zwei Stunden. Liebes
kuscheliges Frauchen! Für den Rest des
Vormittages ist Innendienst angesagt. Böses
Frauchen!
Kaum ist Brando durchgetrocknet, erneute
Unruhe: Bruno im Teich! Als Bruno gerubbelt
und versorgt unter meinem Pullover schläft,
mache ich die Schwachstelle aus: Mit
vereinten Kräften müssen die Strategen die
Schraube zwischen Zaun und Terrasse
ausgehebelt und die Zaunbasis einen Spalt
weggedrückt haben - soweit kann man gar
nicht voraus denken. Gott sei Dank war ich
auf Sichtweite, so dass die beiden Jungs
maximal 10 Sekunden im Wasser waren, aber
wir nehmen uns vor, die Welpen nun erst
recht nicht unbeaufsichtigt draußen spielen
zu lassen.
Nachmittags gibt's zur Entschädigung die
erste Mett-Mahlzeit: Gewärmtes Rinderhack!
Grizzly und Hummel sind sofort
einsatzbereit, aber die Kurzen probieren
erstmal sehr zurückhaltend.
Nachdenklich lutschen sie auf dem kleinen
Haps. Der zweite Mundvoll ist schon
überzeugender und dann erwacht das Tier in
unseren Schnuffs. Welch Gerangel, Gedrängel
und Geschmatze! |
22.10.2008
Mi, Tag 38 |
Morgens
streben 20 Kilo geballte Lebensfreude nach
draußen, um dort alles unsicher zu machen,
was nicht niet- und nagelfest ist: Moshe
kämpft mit der sich noch wehrenden
Quietsche-Ente. Bruno erlegt fachgerecht den
Leoparden, während Bella die Socken-Beute
in Sicherheit bringt und beim Drauftreten
hinpurzelt. Buffy hat den widerspenstigen
Klingel-Fisch besiegt und Brando versucht
eine Wäscheklammer vom Laken zu lösen,
Bemma püschert indessen auf den
Torfkasten-Rand.
Nachmittags kommt Halbschwester Ambra aus
unserem A-Wurf zu Besuch. Brando, Gentlemann
durch und durch, macht ihr charmant den Hof
und kann gar nicht von ihr lassen. Als er
ihr schlussendlich die Rute langzieht,
signalisiert sie ihm unmissverständlich,
dass sein Seepferdchen- Abzeichen allein sie
noch nicht schmelzen lässt, nach der
Tanzstunde kann er sich ja noch mal melden.
Wieder unter uns wird noch ein wenig mit
Mama, Michael und Frauchen gerangelt und
gekuschelt, Rinderhack verschlungen und im
Gänsemarsch Frauchen auf das Grasstück
folgend die Abend-Toilette erledigt, bevor
es ab ins Bett geht. |
23.10.2008
Do, Tag 39 |
Tagesablauf:
Nachts 3x geweckt: Futter, Wasser, Laken
wechseln, Hummel Zuspruch beim Säugen,
Püschern
6 Uhr: Die Nacht wird mit großem
Aufbruchgeheul für beendet erklärt. Im
Gänsemarsch hinter Frauchen her auf das
Rasenstück (genannt Panama) zum Lösen.
Spielen, schlafen, nuckeln, rangeln,
futtern, hoppeln, kuscheln, schlafen...(wir:
Nachtlager säubern, mit den
"Großen" Gassi gehen, Laken
waschen, fotographieren,
Spielepark erweitern, spielen, kuscheln,
Rinderhack kaufen, telefonieren)
13 Uhr: Gänsemarsch nach Panama,
Mittagspause drinnen
15 Uhr: Panama, Besucher kommen, spielen,
futtern, rangeln, nucken, kuscheln...
19 Uhr: Panama, Feierabend - ab nach
drinnen, wir: mit den Großen "wilde-Sau
- tiefergelegt" spielen, PC- Arbeit, Telefonate...
22 Uhr: Panama, Nachtruhe für alle |
24.10.2008
Fr, Tag 40 |
4
Uhr: Panama-Expedition in finsterer Nacht mit Stirnlampe -
mutig werden alle vorhandenen Räuber in die
Flucht geschlagen und die eroberten Gebiete
gekennzeichnet.
6 Uhr: Nacht vorbei, das Lager ist nur noch
bepüschert, Würstchen gehören nach Panama
- so langsam wird's.
Alle haben ihr Gewicht verzehnfacht, Bellas
Ohren stehen. Dafür gibt's das erste Mal
Trockenpansen, Hummel gibt ihren Anteil den
Nimmersatts. Wenn man weiß, wie gern sie
ihn selbst mag, eine beachtliche Leistung.
Erst wird auf diesen seltsamen Teilen
nachdenklich gelutscht, für genehmigt
befunden und weitere eingefordert. Michael
hat Panama erheblich vergrößert, ein Iglu
aufgebaut und eine Komplett-Beleuchtung für
Terrasse und Panama installiert - die Uhr
kann umgestellt werden! Zum Dank gibt Bruno
eine bühnenreife Vorstellung: Im
Schluss- Sprung über seine Beine! Applaus!
Bella kaut verbindlichst an seinem großen
Zeh, Moshe klaut die Socke und verschwindet
damit nach Panama. Brando erkundet den
Besuchshund Toni (Tollster Held im Zelt) und
stellt fest, dass dort keine Zapfstelle zu
finden ist. Toni bleibt wie paralysiert
stehen, um dann hinter Frauchen auf den
Stuhl zu krabbeln. Buffy und Bemma
untersuchen derweil mit großer
Ernsthaftigkeit wechsel- seitig alle
wichtigen Unter-Bauch-Teile. |
25.10.2008
Sa, Tag 41 |
Dank
Panama-Expedition wieder Katzen-Streu
gespart - kein Würstl innen. Die
Gänsemarsch-Aktionen funktionieren wirklich
vortrefflich: auf Lockruf (dieser wird nicht
verraten) folgt die gesamte Mannschaft
eilfertig.
Der Wettergott ist uns nach wie vor hold,
zwar morgens recht frisch (4°C), tagsüber
aber Sonne satt.
Unter dem Heizstrahler in der
windgeschützen Ecke ist es richtig
kuschelig. Die schönsten Stunden des
Tages! Die übermütigen Schatzies zu
beobachten mit ihnen zu schmusen ist so
unglaublich bereichernd, dass alle Mühen
und Besorgnisse vergessen sind. Auch die
Schnuffels genießen den Kontakt, das
Spielen, Überkrabbeln und Überfallen, das
Schmusen und das Anlehnen zum Schlafen. Der
Versuch, hier Papierkram zu erledigen, ist
zum Scheitern verurteilt. Moshe ist der
Meinung, er könne das viel schneller
schaffen: Mit einem Zahn reingehakt und
gezogen, zerreißt das Blatt. Bella springt
gern zur Hilfe und zeigt ihre tatkräftige
Ader, während Bemma den erbeuteten Kuli
nach Panama schleppt. Nu hat Frauchen wieder
Zeit zum Spielen! |
26.10.2008
So, Tag 42
Sechs Wochen
alt !
|
Schon
wieder Geburtstag! Die großen Geschäfte
werden bereits recht sicher in Panama
verrichtet. Dafür machen die Nasenbären
nachts so lange Rabatz, bis Hummel entnervt
Michael weckt. Wenn dieser dann kommt,
blicken 6 Nasen freundlich wedelnd über die
Reling und schreiten wacker zur Tat in
Panama bei Nacht. Nur Bemma dreht
ununterbrochen Hoppel-Galopp-Achten, bis es
wieder zurückgeht und zieht das Separee im
Iglu zur Abwicklung ihrer hoch privaten
Geschäfte vor. Hm, das hat sie irgendwie
falsch verstanden.
Tags wird der Teppich auseinandergepflückt,
4 Reihen sind schon erfolgreich aufgeribbelt,
als Michael eingreift.
Beim Festschrauben überfallen Moshe und
Brando immer wieder den Schraubenzieher, sie
wollen später einmal im technischen Bereich
tätig sein und schon mal mit entsprechendem
Werkzeug zu hantieren.
Moshe und Buffy entwenden Mamas Halsband,
bearbeiten dieses fachmännisch und
nachhaltig und gefährden dadurch dessen
Haltbarkeit für kommende Ausflüge.
Grizzly is not so amused über die
Beschränkung seiner Bewegungsfreiheit, die
umfängliche Beachtung dieses Gemüses, die Okkupation
seines Lieblingskissens und über die Gefahr
vielfältiger unsittlicher Berührungen von
allen Seiten - nirgends ist man mehr
ungestört! Buffy probiert heimlich an
ihm vorbeizurobben, wird aber vorzeitig
ertappt und bekommt Schimpfe, Bemma schafft
es, sich bei Grizzly anzulehnen und zu
schlafen. |
27.10.2008
Mo, Tag 43 |
Hummel
hat es gar nicht so leicht mit dem Säugen,
im Einzelfall erledigt sie dies schon im
Stehen, für alle befriedigender ist aber
nach wie vor das ausgestreckt entspannte
Liegen. Dazu holt sie am liebsten einen von
uns, denn die Meute bedrängt sie derart,
dass sie ohne Hilfe kein Fleckchen findet,
an dem sie sich erst setzen und dann die
Vorderbeine ausgleiten lassen kann ohne dass
einer unter ihr quiekt, ein zweiter an der
Rute zerrt, ein dritter schon mal nuckelt
und ein vierter den fünften Drängler vor
ihre Füße schiebt. Eine schlimme Bande!
Selbst wenn dann alle vorschriftsmäßig
angedockt sind, geht's weiter: Maximal einer
nuckelt artig (vorüber- gehend) ein zweiter
hackt mit seinen nadelspitzen Milchzähnchen
in Hummels Unterseite und bekommt dafür
promt einen Überschnauzenbiss von Mama.
Indessen strampelt der dritte den vierten
weg, dieser zetert beleidigt, findet keinen
freien Platz, taucht zu den unteren
Zapfstellen ab und landet mit seiner
Grabepfote im Ohr des fünften, während der
sechste eine von Hummels Zitzen bis zum
Anschlag in die Länge zieht. Unsere arme
Sumsel zeigt wirklich sehr viel Geduld und
Verständnis, aber manchmal wird ihr das
Gewusel auch zu viel und wir retten sie vor
der wild entschlossen folgenden Mafia.
Allein - sie ohne Anhang durch die
Terrassentür zu lotsen gleicht einem
Kunststück. |
28.10.2008
Di, Tag 44 |
Morgens
früh um halb 5 fordert die laut quäkende
Mannschaft die Beendigung der Nacht ein.
Entertainment ist gefragt! Vor dem
Heizstrahler noch im Bademantel lässt man
sich ja gern an- und überfallen, die Haare
mit 4-zinkigem Milchgebiss kämmen, den
großen Zeh amputieren und das Ohrloch
nach-tackern. Der Frottee- Bademantel sieht
aus wie ein Flokati und der Gürtel wird
nach Panama apportiert. Barfuss folgend bei
2°C in ein wohlgeformtes, warmes Würstchen
zu treten erfreut Frauchen ganz besonders.
Oh, wie schön ist Panama! Die eigene
Toilette muss warten, bis die Ablösung
startklar ist.
Vormittags werden neue Spiel-Ideen auf den
Markt geworfen: Klein Bemma rangiert stolz
die übermächtige Papprolle durch die
Gegend; Moshe, der unerschrockene
6-Tage-Kämpfer bezwingt den noch zappelnden
Handfeger, Bella zieht laut ratternd den
Kong an der Leine über die Holzbohlen und
Bruno beweist, dass er seinen Schnabel so
weit öffnen kann, dass einer der
widerspenstigen Bälle hereinpasst, nur - er
geht nicht wieder ohne weiteres raus! Buffy
schaut mit uns in den Atlas, um zu sehen, wo
die Geschwister hinkommen. Lässt sich diese
Seite nicht ein wenig zerkleinern? Brando,
unserer Schwerenöter, beweist, dass er kein
Spielzeug mehr braucht, ein ganzer Mann
schnappt sich ein holdes Mädel, zum
Beispiel unsere schöne Bella Bellissima,
reitet auf und vollführt formvollendete
Hüftschwünge nach DIN VDH.. Klarer Fall:
Brandos Berufswunsch ist Deckrüde mit
vielen Aufträgen und Dienstleistung gegen
Rinderhack. Bella ist von Brandos
routinierter Aktion ganz begeistert - 10
Sekunden lang, dann bekommt Brando
Frauenpower ungebremst zu spüren! Taffe
Bella!
Nach einer Viertelstunde Übermut folgt
abrupt Schlafenszeit. Die Helden sind müde
und die Konkurrenten von eben sind willkommene Kinnstütze. Bruno liegt
hängematten-mäßig in der Ecke des
Spannbettlakens, Bemma quer über Mamas
Rücken, Buffy Wange an Wange mit Brando,
Moshe oben drauf. Bella entspannt sich
malerisch hingegossen auf Frauchens Beinen
und lässt sich wohlig das weiche Bäuchlein
streicheln. Nach und nach erschlaffen die
Gesichtsmuskeln, der Mund öffnet sich und
völlig undamenhafte Schnarcher sind zu
hören. Frauchen nimmt unbeweglich eine
halbe Stunde sitzend ja gern eingeschlafene Beine, klamme
Finger und verspannten Rücken in Kauf, wenn
nur die Tierchen komfortabel liegen! |
29.10.2008
Mi, Tag 45 |
Ein
großer Tag: Wir machen eine Weltreise! Alle
Hüpferlinge werden in eine Roll-Kiste
verladen und ins Auto bugsiert. Auch
Frauchen und Hummel besetzen die
Lagerfläche, Grizzly thront auf dem
Beifahrersitz - Ehre wem Ehre gebühret! So
gerüstet geht es einmal durch das ganze
Dorf. Anfangs sucht die irritierte
Junior-Reise- Gruppe den mütterlichen und
"frauchen-lichen" Schutz, aber
schon bald besinnt sie sich auf ihren
gottgegeben Mut und krabbelt auf Beine,
Rücken, Schultern, um von einem strategisch
günstigen Platz den Rausch der
Geschwindigkeit und der vorbeiziehenden
Welten zu studieren. An der großen Weide
gibt es einen Stopp. Alle Mann aussteigen!
Zwischen Obstbäumen Hühnern, Kuhfladen,
Laub und hundhohen Grashalmen wird eine
Riesenrunde gedreht. Grizzly und Hummel
spielen tiefergelegte Sau und die Hühner
schauen verwundert hinter dieser illustren
Gesellschaft her. Bald befällt der Übermut
auch die kleinen Wiesen-Purzels - hier kann
man unendlich weit düsen! 36 Wirbelbeinchen
(ohne die Hühner) sind unterwegs, da
wundert's nicht, dass Bruno im Eifer des
Gefechts einen Schuh auf sein zartes
Pfötchen bekommt. Im Eiltempo läuft er mit
dreieinhalb Beinchen zu Michael und legt ihm
piepsend die Pfote in die Hand. Echte
Männersolidarität! Nach
Trösten, Streicheln, Zuspruch und
Würdigung der Verletzung ist alles wieder
gut - Gott sei Dank!
Bemma hat einen besonderen Grund, erhobenen
Hauptes durch die Landschaft zu laufen: Sie
ist seit heute stolze Besitzerin von
Stehohren!
Wohlbehalten, aber hundemüde wieder zu
Hause liegen die Weltreisenden geschlagene 2
Stunden am Stück platt und regungslos,
selbst Bemmas frisch erworbene Stehohren
hängen vorübergehend wieder vornüber. |
30.10.2008
Do, Tag 46 |
Beim
nächtlichen Pipigang bellt Moshe von der
Terrasse: Gerade hat er einen bösen Räuber
auf frischer Tat ertappt. Die anderen eilen
ihm tapfer unter Einsatz von Leib und Leben zur
Hilfe. Der unverschämte Ganove jedoch
sticht, man ist entrüstet! Erst als Michael
den Igel über den Zaun setzt, werden die
Tages- und Nacht- Geschäfte wieder
aufgenommen.
Den ganzen Tag gießt es wie aus Eimern,
aber die Sonnensegel halten dicht.
Heute steht Körperpflege Kapitel 1 auf dem
Lehrplan: Bürsten und Kämmen des
inzwischen dicht gewachsenen Eurasier-Fells
unter besonderer Berücksichtigung von
Woll-Popo und Unterbauch-Behaarung. Die
durchaus interessierte Mannschaft erkennt
den Ernst der Lage nicht: In der Annahme,
dies sei eine willkommene Variation von
netter Volksbelustigung, werden die Bürsten
angefallen und gebissen, bis sie sich nicht
mehr wehren. Bella und Bemma sichern sich
ihre Beute für den Fall des nächsten
Rendezvous im Iglu. Moshe und Buffy erkennen
in
der zweiten Bürste einen engen Verwandten
des nächtlichen Straftäters und drohen mit
furchterregenden Bell- Lauten und
Tatzenhieben. Bruno verschläft die ganze
Aktion. Nur Brando lässt sich gern
ondulieren, für seinen nächsten
Playboy-Einsatz möchte er gut gerüstet
sein. Schlussendlich sind doch alle
ansehnlich hergerichtet und gleichen weichen
Wattebäuschen. 10 Uhr, Terrasse: Heiz-Sonne
- die Frisur hält! 12 Uhr, Panama: Regen -
die Frisur hält! 13 Uhr, Mittagsschlaf
innen: Welpenhäufung - die Frisur
hält! |
31.10.2008
Fr, Tag 47 |
Den
ganzen Tag über viel Kinder-Besuch, abends
lauter Halloween-Hexen, -Skelette und
-Ungeheuer. Unsere kleinen Gespenster jedoch
kann nichts schrecken: Respektlos wird der
Hexenbesen überwältigt, dem Knochen-
Gerüst am Schnürband gezogen, Hendrik in
die Nase gezwackt, Lisa mit allen Vieren
voraus angesprungen. |
01.11.2008
Sa, Tag 48 |
Whow!
Man lässt uns durchschlafen! Erst um
viertel nach fünf jubiliert der Chor in
zunehmend in höheren Tönen. Draußen
laufen die wild gewordenen Handfeger dann
jedoch zur Höchstform auf: Im Turbo-Tempo
über das ganze Gelände, über- und
untereinander gekugelt, Bocksprünge, Salti
mortale, Haken schlagen, Handbesen
zerzausen, in den anderen mit Volldampf und
Anlauf hineindüsen, sich kloppen wie die
Kesselflicker, laut kreischend und fluchend
sich wieder befreien und gucken, wen man
sonst noch ärgern kann. Nach fast einer
Stunde sind die Helden endlich müde, liegen
friedlich in der Kuschelecke beieinander und
genießen die Wärme des Heizstrahlers.
Verständlich, denn in den letzten Tagen hat
es Nachtfröste gegeben und selbst Panama
ist beraureift. Michael legt sich noch eine
Stunde zu ihnen und schläft ebenfalls.
Das Zählen bis 6 beherrschen wir schon aus
dem ff, aber vormittags aber will es nicht
klappen: Buffy fehlt! Klar - sie hat Hummels
Drahtausstieg überklettert, 50cm sind kein
Hindernis mehr! Michael muss umbauen und
Hummel muss höher springen. |
02.11.2008
So, Tag 49
Sieben Wochen
alt ! |
Die
Wurmkur erfolgt diesmal in Tablettenform,
wird tief in den Hals gesteckt und mit
Leckerlies ergänzt. Alle drängeln sich, um
an die Reihe zu kommen. Grizzly, Hummel und
Aloysius bekommen ihren Anteil per
Leberwurst und sind sehr entzückt. Aloysius
verlässt das Schlachtfeld mit einem
gekonnten Rettungssprung über den
Drahtzaun, ihm ist die wilde Meute doch
etwas unheimlich, hatte ihm doch letztlich
Bemma an den Ohren gezogen!. Die gar nicht
so süßen Bärchen finden den Kater mal wieder
super interessant, verfolgen ihn begeistert
und können überhaupt nicht fassen, wie
hoch er fliegen kann. Ganze drei Sekunden
sitzen sie fasziniert auf ihrem Woll-Popo
und staunen. Dann wendet man sich dem Onkel
mit der krausen Nase zu. Seine Warnungen
schrecken sie schon längst nicht mehr,
Moshe wagt sogar einen kecken Beller und
bekommt als Quittung ein Drohschnappen. Laut
kreischend, als hätte ihn der Teufel
persönlich übelst zugerichtet, stratzt er
zu Mama und lässt sich trösten. Doch dann sucht er sich Verstärkung und
marschiert mit gesammelter Infanterie
kampfeslustig zum Übeltäter.
Grizzly wird das ganze Gewusel zuviel:
bestimmt berührt ihn gleich wieder einer,
er zieht sich genervt in seine Sofa-Ecke
zurück.
Abends gibt es den heißgeliebten
Pansen, zarter Duft erfüllt die Luft!
Hummel legt ihr großes Stück ihren Kindern
vor. Die Welpenstücke sind razzfazz
verputzt und das große Stück steht zur Debatte.
Mal wieder wird eifrig gerangelt, gezogen, gemeckert und geknört. And the winner is:
Bruno! Stolz wie Oskar verkrümelt er sich
erhobenen Hauptes in seine sichere
Hängematte (Spannbettlakenecke) und
verputzt die mühsam erworbene appetitlich
angegnatschte Beute mit wahrhaft mannhaften
Geräuschen.
Nach diesen Aufregungen duften alle so
überaus lecker, dass sogar der gefährliche
Onkel dem friedlich umgesunken Nachwuchs das
Schnäuzchen leckt. |
03.11.2008
Mo, Tag 50
|
Fotoshooting:
Deutschland sucht den Super-Teddy! Eine gute
Bekannte, ihres Zeichens Fotographin und Tiernärrin versucht ihr
Glück. Sie hat mit den selben Problemen
zu tun: Schnelle Bewegungen bei wenig Licht,
eine nette Pose beim Auslösen verlassen, am
Tragegurt zerren, Linse ablecken, an den
Haaren ziehen... - trotzdem, ihr gelingen
ein paar echte Star-Fotos.
Nachmittags kommt Anakin aus unserem A-Wurf
mit Familie. Hummel lässt ihn problemlos
rein, Ani aber dreht wieder einen großen
Bogen um die vorwitzigen Schlingel.
Zum Abend hin begutachtet die Familie von
Papa Bilbo mit 2 Kindern den Nachwuchs ihres
Lieblings. |
04.11.2008
Di, Tag 51
|
Hummel
hat wieder ein wenig Speck auf den Rippen,
sie futtert gern zusammen mit ihren
Sprösslingen das gehaltvolle Welpenfutter,
säugt aber nicht mehr besonders viel. Die
wilde Horde setzt ihr ganz schön zu: zwackt
ihr ins Gesäuge, zieht die Zitzen lang,
beißt in die Hacken, zerrt an der Rute,
stokelt auf ihrem Rücken und Bauch herum,
tatzt auf die Nase, kriecht tief in den
Fang, rennt mit Volldampf auf, schlägt
Purzelbäume auf ihr... Sie lässt sich ja
alles sehr generös gefallen, manchmal aber
wird es selbst ihr zu viel und sie schnappt
sich den jeweiligen Missetäter. Kleine
Strafe: Schnauzgriff, große Strafe: per
Sichelwurf auf den Rücken drehen und erst
wieder loslassen, wenn dieser sich ergeben
nicht mehr rippelt. Manch einer jedoch,
besonders oft Moshe, schafft es sich
geschickt zu entwinden und wegzuflitzen, in
sicherer Entfernung stehen zu bleiben und
einen frechen Beller loszulassen. Fehlt
bloß noch das Zeigen der Zunge oder einer
langen Nase! Warum soll es Hundemüttern
besser gehen!
Abends kommen die Schepperdosen ins Spiel.
Super Sache! Wer am meisten Krach macht, hat
gewonnen. Die Bänder sind leider sehr
schnell abmontiert, aber auch ohne diese
kann man damit eine richtig laute Party
machen und die wild gewordenen Handfeger
steigern sich mit fetzigem Krawall und
ungebremstem Ungetüm in ihren kollektiven Welpenwahnsinn, bis schlagartig Stille
eingekehrt und die ungezügelten Monster
wieder zu süßen, kleinen, kuscheligen
Schlafmäusen mutieren. |
|
05.11.2008
Mi, Tag 52
|
Heute
geht's zum Tierarzt: Per
Roll-Kisten-Transport zum Auto, per Auto
nach Salzgitter. Michael fährt, auf dem
Beifahrersitz hat Victor Grizzly zwischen
den Beinen und Frauchen lagert hinten
zwischen Hummel und 6 aufgeregten
Debütanten Moshe und Brando krabbeln
unter meine Knie, Bemma und Bruno drängen
sich an Mama und Bella und Buffy krabbeln
auf meine Schultern um den besten Ausblick
zu haben. Gegen Ende der Fahrt schlafen alle
friedlich und sind verwundert, dass sie
schon wieder umgesetzt werden sollen.
Zu Beginn gleich der Schreck, den wir
befürchtet hatten: Hummel hat 6 kg
zugenommen! Das hochkalorische Welpenfutter
zeigt Wirkung! Bis zum Sommer muss die
Bikini-Figur wieder her!
Die sonst so übermütigen Schlingel
benehmen sich auffällig artig: Sie lagern
artig wartend auf den Boden, halten auf dem
Untersuchungstisch still, Moshe streckt
sogar bei der Hodenkontrolle den Po in die
Höh' und den Vorderkörper nach unten. Alle
freuen sich über seine kooperative
Hilfestellung. Keiner zappelt bei Augen-, Ohr- und
Herz-Untersuchung, alle knabbern weisungsgemäß die angebotenen Leckerlies. Niemand
zerrt der Tierärztin an den Haaren, keiner
beißt in das Stethoskop, keiner schlabbert
über das Othoskop. Die Impfung merkt
niemand, beim Chippen mit der dicken Spritze
sind die Jungen vorbildlich tapfer, auch
Buffy sagt nichts, Bella protestiert empört
und Bemma quietscht aufs äußerste
entrüstet und schon ist alles
überstanden.
Auf der Rückfahrt schläft das erschöpfte
Völkchen, zu Hause aber stellt man fest,
dass noch viel nachzuholen ist: Eine
Toilettenpapier-Rolle wird gekapert,
abgerollt, gefetzt und gerecht über Boden
Iglu, Brücke und den bereits schnarchenden
Brando verteilt. Welch festlicher Anblick
zur Krönung eines aufregenden Tages! |
06.11.2008
Do, Tag 53 |
Eigentlich
sind die letzten Nächte bereits ganz
brauchbar gewesen, aber diese war mal wieder
restlos rastlos: Meckern, quietschen,
krakehlen, prügeln, Wasser fehlt, Mama soll
kommen, wir haben Hunger, wir müssen mal,
wir wollen spielen, der hat mich geärgert,
wir brauchen Entertainment - und zwar alles
sofort!!!
Wir halten unseren zarten Seelchen mal
zugute, dass sie noch überdreht vom
Tierarzt sind und versuchen die Unruhe mit
Fassung und Verständnis zu nehmen.
Heute ist Lektion Nr. 12b dran: Sozial
organisierter Umgang miteinander, Stärken
der Frustrations-Toleranz bei verschärfter
Anforderung. Zu diesem Zwecke werden
Hühnerherzen in 2 alten Socken eingeknotet
und in den Raubtierkäfig geworfen. Sofort
hat man den Sinn dieses Unterfangens
verstanden und stürzt sich auf die Köder,
denn man war ja total ausgehungert. Kaum zu
glauben, dass die Socken über einen halben
Meter lang sind, wahrscheinlich
handelte es sich ohnehin um
Überknie-Strümpfe. Wie erwartet kapern
Moshe und Bella je ein Teil und laufen mit
gieriger Gefolgschaft nach Panama, nicht
ohne diverse Male über die Beute zu
stolpern. Buffy und Bruno spucken auch nicht
in die Suppe. Brando passt mit der ihm
eigenen Gelassenheit den rechten Moment ab
und holt sich eine Saft-Socke, als Moshe
versucht, die zweite zu ergattern. Insgesamt
aber gibt es außer ein paar Warn-Knurrern
keine echte Streitigkeiten. Letztendlich
erkennt man Moshe als rechtmäßigen
Besitzer der Spezialität an, dieser lässt
großzügig Bruno und Bella an einer
uninteressanten Ecke mitgnatschen. Die
andere
"Geflügel-im-Matsch-Mantel-Delikatesse"
teilen sich Buffy und Brando einträchtig
und Bemma hat für sich entdeckt, dass die
Schepperdose viel interessanter ist und die
Hühner-Herzen definitiv überbewertet
werden. |
07.11.2008
Fr, Tag 54 |
So
langsam macht sich Wehmut breit, das Herz
hängt schon ganz erheblich an den kleinen
Unholden. Beim Spielen und Kuscheln zeigen
sie immer wieder eine umwerfende Freude,
Herzlichkeit und überschwängliche
Zuneigung.
Wie blöd, dass gerade jetzt so viel
Papierkram und Organisatorisches ansteht und
die kostbare verbleibende Zeit der
Gemeinsamkeit beschneidet.
Das Herzensbrecher hingegen leben noch
unbefangen: Sie düsen übermutig in der
Truppe durch die Landschaft und machen alles
unsicher, was nicht niet- und nagelfest ist,
zerstören die Drahtaufhängung des
Wackelbretts, die Holzzapfen des Laufsteges,
die Pappe zwischen Gestänge und ein Stück
Drahtzaun. Das Iglu trampeln sie nieder in
Bemmas Exklusiv-Toilette und Mamas Fell wird
ausgerupft. Bemma wählt eine 0800er Nummer
und Moshe handelt sich wegen Aufmüpfigkeit
richtig Ärger mit Mama ein und Buffy
verfolgt mit Brando Kater Aloysius. Bruno
pausiert oben auf dem Laufsteg und purzelt
beim Räkeln mit dreifachem Salto runter. |
|
08.11.2008
Sa, Tag 55
|
In
der Morgendämmerung geben wir uns ein
letztes Mal mit Muße der Faszination der 6
Gute-Laune-Hunde hin. Das
"altbekannte" Toben, die
vertrauten Teddy-Blicke - wir saugen jede
Minute ein und können uns gar nicht satt
sehen und satt kuscheln. Unglaublich, dass
die kostbare und anstrengende Zeit schon
vorbei sein soll! Gegen elf kommt Zuchtwart Lothar Höltje
zur Wurfabnahme, auch die
Deckrüden-Besitzerin Corina Cappelmann ist
mit von der Partie. Der Besuch wird gewohnt freudig
begrüßt und beknabbert und dann geht man
ungerührt zu den täglichen Aufträgen
über: Blätter fangen, Geschwister
überfallen, Mamas überlaufen, nach Panama
reisen, Onkel nerven, Wasser schlürfen, den
Kumpel reinschubsen, zerkaute Saft-Socke
langziehen, sich schlafend auf den nächsten
Angriff vorbereiten. Eigentlich ist im
Stundenplan gar kein Platz für unnütze
Bürokratie. Na gut, man hält gnädiglich
auf dem Schoß des Mannes still, spätestens
bei der Zahnkontrolle machen insbesondere
Bella und Moshe unmissverständlich
deutlich, dass sie ihre Beißerchen doch
beim Tierarzt schon gezeigt hätten, dass
müsse reichen und man hätte ohnehin noch
viele wichtige Termine heute! Buffy versucht
die Untersuchungs-Prozedur abzukürzen,
indem sie zur rechten Zeit demonstrativ
gähnt. Der geschulte Zuchtleiterblick
erkennt sofort die Vollständigkeit der
Prämolaren, Incisivi und Canini. Brando
zeigt seinen Kugelbauch und schaut Lothar
Höltje so intensiv erwartungsvoll mit
seinem unvergleichlichen Treue-Augenauf-
schlag an, dass alles losprustet. Brando -
die lachen über dich!!! Bruno schaut sich
das ganze Theater gelassen von seinem
Laufsteg-Thron an, weich und warm gebettet
auf Bellas Decke.
Der Zuchtwart ist sehr zufrieden mit dem
"ruhigen, ausgeglichenen, neugierigen
und spielfreudigen Wurf" und der
"völlig entspannten
Mutterhündin".
|
|
09.11.2008
So, Tag 56
Acht Wochen
alt !
|
Der
erste Abholtag, der Himmel weint schon mal
prophylaktisch, starker Wind schlägt die
Sonnensegel und der Krabbeltunnel rollt
über Panama.
Vormittags wird Bemma abgeholt, nachmittags
Moshe. Bemma bleibt die ganze Fahrt auf
Frauchens Schoß und schaut interessiert aus
dem Fenster, nach 8 Stunden erreicht sie mit
ihren Leutchen wohlbehalten Brüssel.
Nachmittags tritt Moshe seine Reise Richtung
Schleswig an. Auch er bleibt auf dem Schoß,
sein neuer Kumpel Aaron sitzt hinten im
Auto. Bei einer Pause erledigt er gleich
weisungsgemäß seine Toilette. Nach 5
Stunden begutachtet auch er sein
zukünftiges Zuhause.
Derweil geht hier wieder die Party los: Der
Sturm wird als willkommener
Stimmungs-Aufheller begrüßt, der rollende
Tunnel wagemutig durchlaufen, wehende
Blätter erlegt, trullernde Bälle gefangen.
Mit quer stehenden Segelohren muss man im
richtigen Winkel zur Windrichtung stehen, um
nicht abzuheben.
Gerade als es abends Hühnerherzen gibt,
geht der St. Martins-Umzug mit Blaskapelle,
Fackeln, Laternen, Pferd und vielen Menschen
am Zaun vorbei. Die 4 Helden sind begeistert!
- Ungewiss, ob wegen der Delikatesse oder
wegen des Auflaufs. Wahrscheinlich wird es,
wie von Pawlow beschrieben, gekoppelt: Immer
wenn sie zukünftig eine Blaskapelle mit
"St. Martin ritt durch Schnee und
Wind..." hören - worauf man ja
heutzutage jederzeit gefasst sein sollte -, denken sie an
Hühnerherzen, der Speichel fließt und sie
freuen sich...
|
|
10.11. Mo
|
Um
sechs Uhr beim Rauslassen, noch verschlafen,
ein großer Schreck: Bemma und Moshe fehlen!
Erst langsam kommt die Erinnerung: Sie sind
in guten Händen! Von Moshe wird gemeldet,
er sei eine "kecke Motte", hätte
problemlos sein neues Zuhause in Betrieb
genommen und Kumpel Aaron Beziehungsangebote
unterbreitet. Bemma springt in Brüssel
"wie ein Ziegenbock" hinter den
Leckerlies her und hat das frisch genähte
Liegekissen eingeweiht. Ansonsten ein
ruhiger Tag zum Durchschnaufen. Unsere 4
bekommen ihr neues Halsband.
|
|
11.11. Di
|
Sturm
über Deutschland und Panama und auch Bruno,
Brando, Buffy und Bella fegen durch die
Gegend. Hummel mischt gern mit, als das
Jungvolk allerdings gar zu vorlaut wird und
Mama übel veräppelt, ist Schluss mit
lustig und es gibt eins auf die Schnüss.
Derart kuriert und vom Übermut
heruntergeholt legt sich sogar Grizzly mit
auf die Terrasse.
Abends wird Bruno abgeholt.
|
|
12.11. Mi
|
Sonne
satt den ganzen Tag. Endlich hat unser
Playboy Brando mit seiner Brillen-Maske und
den Spirelli-Ohren die hübsche Damenwelt
für sich allein. Als Hahn im
Korbe unter lauter hübschen Mädchen ist er
voll in seinem Element und hat den ganzen
Tag erheblich zu tun, um sich ins Gespräch
zu bringen, doch die holde Weiblichkeit
weist ihn in seine Schranken: Mama legt ihn
flach, er soll nicht in ihr Gesäuge
zwacken, Buffy und Bella besiegen ihn
gemeinsam beim Sumo-Ringen. Beschwingt von
Siegesruhm springen sie Frauchen mit
Volldampf auf den Arm: Sieg der
Weiblichkeit!
Auch Bemma hat aus Brüssel Ehrenhaftes zu
berichten: Im belgischen Teich-Wasser hat
auch sie nun ihr Seepferdchen-Abzeichen
erworben.
Moshes zweiter Tag im hohen Norden war
ebenfalls wieder positiv:
|
Die
Panamaausflüge werden vorbildlich
ausgeführt, die neue Umgebung vor
dem Haus gerne angenommen.
Die
Teilnahme an der line dance
Trainingsgruppe wurde zum Teil auf
Frauchens Arm mitgetanzt. Die vielfältigen
Musikrichtungen haben ihm wohl
gefallen.
Die
Distanz zu Kumpel Aaron ist schon
sehr geschrumpft, die beiden haben
heute Nachmittag wieder ihr ganzes Können
auf dem Rasen und rundherum gezeigt. Moshes
Temperament ist nicht zu übersehen.
Am Abend haben sie schon die
Futtertröge getauscht. Gerade
haben sie eine lautstarke Diskussion
um die jeweiligen Kauknochen - Moshe
widerspricht sehr lautstark. Nun hat
Aaron ihm den Korb überlassen samt
der Kaustange in Zahnbürstenform.
Jetzt läuft er triumphierend an
Aaron vorbei, dieser oberkesse Hund
mit dem Aussehen eines Waschbären.
Soeben
hat Aaron durchgegriffen, ist dann
ganz betroffen nach Moshes Geschrei
zu mir gekommen. Auf den Schreck
nimmt der Kleine erst mal einen
Schluck Wasser.
|
Wie Moshe und Bemma zeigt auch Bruno gute
Kinderstube: Das neue Heim in Wölfenbüttel
bleibt sauber. Allerdings muss man seine
Leutchen vor gefährlichen Rammlern im
Wohnzimmer warnen. Dafür schützen
einen diese vor der riesigen gar nicht so
alten altdeutschen Hüpf-Schäferhündin.
Nachts gibt es erst Ruhe, als die richtige
Liege-Position unter dem Bett, gewickelt um
das Bein, gefunden ist.
|
|
13.11. Do
|
Vormittags
wird Brando per komfortablen Reisemobil
abgeholt und in seine neue Heimat am
Niederrhein kutschiert. Vorbildlichst sitzt
er auf dem Schoß des neuen Frauchen,
ist aber nach der 6-stündigen Fahrt
rechtschaffen müde, sodass er sich im neuen
Heim umgehend auf die Hundedecke kuschelt
und schläft.
Nachmittags Besuch bei Halbbruder: Mit
Grizzly, Hummel, Buffy, Bella, Herrchen,
Victor und Frauchen geht's per Auto zum 500m
entfernt wohnenden Anakin, der mehr Bange
zeigt als unsere beiden Mädels.
|
|
14.11. Fr
|
Bella,
die alte Nudel entdeckt auf den letzten
Metern noch ihre Vorliebe zum Ferkeln: Sie
stellt sich mit den Vorderfüßen in den Wassernapf
und rudert und planscht was das Zeug hält.
Den von Michael geworfenen Ball missversteht
sie als Spielaufforderung.
Vormittags wird noch mal nach allen Regeln
der Kunst unser Orient-Cafe auf der Terrasse
und Panama unsicher gemacht. Übereinander,
untereinander, durch den Tunnel, über die
Roste und das Wackelbrett, über den
Laufsteg im Schluss-Sprung, hinter den
Gitter-Laken lang, über Mama und Frauchen
im Volldampf - die beiden Mädels
beherrschen den Parcours im Schlaf und
können so manchen ansehenswerten Bocksprung
und Pirellen dazwischen bauen.
Nachmittags
wird Buffy abgeholt. Sie braucht nur 10
Minuten zu fahren.
Nun hat Bella keinen Kumpel mehr und mag
verständlicherweise nicht allein draußen
bleiben. Hummel will nicht mit Bella allein
draußen bleiben und Grizzly sieht
überhaupt keine Notwendigkeit, mit Hummel
und Bella draußen zu bleiben. Also ist
unser Einsatz und Bespielung wieder gefragt.
Zwischendrin läuft Bella auf Schritt und
Tritt bei uns mit. Plötzlich ein lauter
Schrei! - Bella steht starr mit gesträubtem
Wolle-Pelz vor dem Spiegel! - Na, so
furchtbar siehst du auch wieder nicht aus,
Bella!
Von Bruno wird berichtet, er sei
frustriert: Trotz demonstrativer
Aufforderung nach allen Regeln der Kunst -
niedriger gingen die Vorderpfoten nicht,
höher reichte der Bruno-Po nicht - macht
das Kaninchen keinerlei Anstalten
mitzuspielen! Dafür gibt es aber einen
willigen Kumpel von der Rasse der
Wisch-Mops! - Der wuselt mit Bruno voller
Freude durch alle Zimmer. Abends vollführt
Herrchen gern im Welpenwahnsinn gekonnte
Hüpferlies um das Sofa.
Bemma hat den ersten
Leinen-Ausflug auf eine Wiese gemacht -
Schlammloch inbegriffen.
Neuigkeiten von Moshe:
|
"Gestern Abend
gab es die Krönung des 3. Tages: Aaron
und Moshe spielten und spielten im Flur,
mit allen Varianten, was für ein Augenschmaus! Nach
einer Pause wurde die Runde im Wohnzimmer fortgesetzt. Endlich hat Aaron einen
Spielkumpel.
Am Tage stand
ein Autoausflug auf dem Programm. Zwei Kilometer
am Steuer auf Frauchens
Schoß, um sich erst mal von den Fahrkünsten
zu überzeugen. Nach
kurzem Aufenthalt auf einem fremden
Grundstück ging's "normal" zurück - beide Hundis im
Kofferraum. Es klappte super. Ein Gefährt
ohne Motor war vorher schon mal die
Schubkarre.
Heute war der
Höhepunkt des Tages sicher der Ausgang
auf Frauchens Arm ins Dorf - Geltorf bei
Nacht. Nachdem festgestellt worden war,
dass
die Krallen zu lang werden, musste der Rückweg
auf Asphalt zurückgelegt werden."
|
|
|
15.11. Sa
|
Pünktlich
zum Ende seines Dauereinsatzes gibt der
Trockner wegen Überhitzung zum zweiten Mal
seinen Geist auf, Michael kann ihn wieder
reparieren.
Von Buffy und Brando grünes Licht - allen
geht es gut miteinander!
Mittags wird Bella abgeholt. Nachmittags
fängt Michael an, alles abzubauen, er
sammelt das letzte Würstchen ein und
wundert sich, dass er als approbierter
Psychoanalytiker noch mal so archaisch im
Einsatz ist. Übermorgen muss er wieder
arbeiten. Grizzly legt sich genüsslich
grunzend endlich ungestört wieder in sein
Körbchen, Hummel beobachtet Michael,
schnuppert die alten Welpen-Rennstrecken ab
und fiepst ein wenig. Beim Spaziergang
jedoch dreht sie voll auf, flitzt mit
Grizzly Rangeln, Haschen und Wettlauf, dreht
Luftschrauben und Freuden- sprünge.
|
|
Garten und Haus sind
seltsam still, letztes Welpen- Equipment wird
gesäubert, gewaschen, weggeräumt, Zeit, um Bilanz
zu ziehen:
- Ein Jahr Vorbereitungszeit auf den B-Wurf:
Deckrüdenauswahl, "Leer-Bleiben" im
Frühjahr, Läufigkeitsanalysen,
Formalien,....
- Ein viertel Jahr dreht sich in unserem
Leben, in unseren Gedanken, in Taten alles um
den B-Wurf
- 1500 Stunden Non-Stop-Einsatz inklusive fraktionierter
Nächte mit offen Ohren
- über 300 Besucher, ungezählte emails,
Briefe, Telefonate
- über 3.000 gefahrene Kilometer
(Fortbildungen, Arztbesuche,
Deckrüden-Besuche, Einkäufe für den
Wurf...)
- umfangreiche Welpen-Ausrüstung, von
Wurfkiste, Laken über Waage, Zaun, Entwurmung
bis hin zu Spielepark, Leine....
- über 100kg Trockenfutter, Rinderhack,
Sahnequark, Trockenfleisch, Hüttenkäse,
Gemüse, diverse Leckerlies...
- über 100 Liter Hummel-Milch
- 2 Tonnen Persil, ungezählte Waschladungen,
pausenloser Trockner-Einsatz
- über 300 Stunden Einsatz des Heizstrahlers
(600KW), ein Zugeständnis an den insgesamt
sehr gnädigen Herbst
- über 10.000 aufgesammelte Würstchen, die
Hälfte jeweils Dank Michaels und Hummels
Einsatz; unendlich viel Toilettenpapier
- über 5.000 Fotos eingelesen und
katalogisiert, über 1.000 davon bearbeitet
und ins Internet geladen
- Homepage-Eintragungen, Anträge, Formalien,
Kopien, Bescheinigungen, Gutachten
- Küche, Wohnzimmer, Terrasse, Garten im
Ausnahme-Zustand
- Notzustand bei eigener Wäsche,
Kühlschrankfüllung, Haushalt,
Schreibarbeiten, Beruf, Freunde, Einladungen,
Schlafbedarf...
- immerhin: Diesmal eine finanzielle Nullrunde
und kein Zuschuss-Geschäft wie beim A-Wurf
Warum macht man das eigentlich?
Sicherlich werden Welpen auch mit weniger
Aufwand groß, sicherlich könnte man anders
wirtschaften und somit Gewinn erzielen.
Aber das ist es nicht, was uns reizt. Der
Motor für unseren Einsatz ist eine andere Art
von Bereicherung und Gewinn:
- Das Privileg, von unseren Hunden in
das Wunder der Geburt einbezogen zu werden,
- das Begleiten-Dürfen beim Start ins
Leben, der erste Atemzug, das anheimelnde
Nuckel-Geräusch, der Duft beim Säugen,
- das Dabei-Sein-Dürfen bei den
rasanten und so wunderbar perfekte
Entwicklungen,
- das Helfen-Dürfen bei bei den ersten
Schritten, beim Erobern von kleinen Welten,
- das Mitschwingen-Dürfen bei
Übermütigkeit und ungebremster Lebensfreude,
- das Erfahren-Dürfen von
überschwänglicher Zuneigung,
das alles ist unbezahlbar, ein unbeschreibliches
Geschenk, eine solche Nähe, solches Vertrauen,
eine innige Verständigung zu
einer anderen Art zu haben zu können!
Weil wir gleich gesinnte Menschen gefunden
haben, denen wir diese Kostbarkeit gern anvertrauen
mögen, die die kleinen Wundertüten begleiten
in ein Leben voller guter Entwicklungen.
Diese Stunden an und in der Wurfkiste, die
kühlen und noch dunklen Morgenstunden unter
dem Heizstrahler in unserem "Orient-
Cafe`" und in Panama zwischen unseren
unvergleichlich blickenden Schnuffis werden
unvergessen in unserem Lebensbuch
eingeschrieben sein. weil solche Erfahrungen
unser Leben lebens- und liebenswert machen.
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